27-Jähriger muss nach Lovemobil-Überfall nicht ins Gefängnis

Zwei Jahre auf Bewährung

+
Mit seinem Verteidiger Marc Westedt: Ein 27-Jähriger aus Lüneburg musste sich wegen versuchten Raubes vor der vierten großen Strafkammer des Landgerichtes verantworten.

dpa/nre Lüneburg. Für den Überfall auf eine Prostituierte in einem Lovemobil ist ein 27-jähriger Installateur aus Lüneburg gestern von der vierten großen Strafkammer des Landgerichtes Lüneburg zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Gericht in der Salzstadt erkannte auf versuchte schwere räuberische Erpressung.

Lesen Sie passend dazu:

Angriff auf Prostituierte

Lovemobil: Täter zieht Softair-Waffe

Am 4. April hatte der Verurteilte auf der B 4 bei Breitenhees die 32-jährige Prostituierte mit einer Softair-Waffe bedroht und die Einnahmen gefordert. Beim Prozess hatte die junge Frau ausgesagt, dass sie zunächst davon ausgegangen war, dass es sich bei dem jungen Mann um einen möglichen Kunden, der ihre Liebesdienste in Anspruch nehmen wollte, handelte. Noch in der Tür zum Lovemobil richtete der maskierte Mann dann aber die Waffe auf sie. Der Geschädigten gelang es, aus dem Wohnmobil zu fliehen und auf der Bundesstraße auf sich aufmerksam zu machen. Unter anderem wurden so beim Prozess zwei Autofahrer vernommen, die angehalten hatten, um der Frau zu helfen.

Der nun Verurteilte hatte sich nach sechs Monaten Untersuchungshaft gleich zu Prozessauftakt am vergangenen Donnerstag geständig gezeigt, beschönigte nichts und entschuldigte sich bei der 32-Jährigen. Allerdings gab er unter Hinweis auf eine depressive Erkrankung an, nicht mehr zu wissen, was ihn letztlich zur Tat getrieben habe. Beim Anblick einer Sturmhaube, die er auch bei der Tat an der B 4 getragen hatte, sei ihm die Idee mit dem Überfall gekommen, erklärte er dem Gericht

Die Staatsanwaltschaft war beim Prozess nicht von einer zufälligen Tat des 27-Jährigen ausgegangen. Die Behörde hatte eine Reihe von Waffen vom Täter beschlagnahmt, unter anderem ein Messer, ein Schlagstock und die Softair-Pistole mit Stahlkugeln.

Die Richter hielten dem Mann gestern beim Strafmaß zu Gute, dass er während der Verhandlung Reue gezeigt und sich bei dem Opfer entschuldigt hatte. Die 32-jährige Frau habe keine bleibenden Schäden davongetragen, hieß es.

Kommentare