Er will nur der Fahrer gewesen sein: 26-Jähriger aus Litauen hofft vor dem Landgericht Lüneburg auf mildes Urteil

Sie stahlen hochwertige Autos „auf Bestellung“

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Symbolfoto

aja Uelzen/Lüneburg. Seit März sitzt er in Deutschland in Untersuchungshaft: Mit einem europäischen Haftbefehl war ein 26-jähriger Mann aus Litauen als viertes Mitglied einer Diebesbande gesucht und, wie berichtet, im vergangenen Jahr in Litauen festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden.

Jetzt muss sich der 26-Jährige dort wegen mehrerer versuchter Autodiebstähle verantworten.

„Ich war nur der Fahrer“, übersetzt eine Dolmetscherin gestern, was der Angeklagte ihr in seiner Sprache erzählt. Sein Verteidiger hatte ihm im Sinne einer Verständigung im Strafverfahren ein umfassendes Geständnis empfohlen. Zu viert hätten sich die vier Männer im Februar 2011 in Litauen auf den Weg gemacht, um hochwertige Fahrzeuge „auf Bestellung“ zu stehlen. Der Angeklagte, im Besitz eines Führerscheins, sollte fahren und im Falle eines erfolglosen Diebeszuges mit seinem Opel Vectra die Rückfahrt in die Heimat gewährleisten, liest die Richterin aus dem Urteil gegen die drei anderen Männer vor. Sechs Straftaten konnte die Staatsanwaltschaft den Männern nachweisen.

In ganz Niedersachsen, Göttingen, Celle, Braunschweig und in Uelzen hatten sie versucht, Autos zu stehlen. In Uelzen versuchten sie in der Nacht zum 10. Februar 2011, einen Audi A4 an der Albertstraße zu öffnen, was ihnen aber nicht gelang. Auch die anderen Diebstähle blieben im Versuchsstadium stecken. Gefasst wurden die Täter letztlich in Braunschweig, als sie mit einem gestohlenen Wagen davonfahren wollten. Die dortigen Polizisten erinnerten sich an eine Abfrage aus Uelzen, wonach ein misstrauisch gewordener Bürger der Polizei zwei Tage zuvor gemeldet hatte, dass in einem Waldstück ein Opel Vectra mit britischem Autokennzeichen stünde, in dem vier Männer schliefen. Dieser Opel Vectra fiel dann später den Beamten in Braunschweig auf.

Eine Freiheitsstrafe von über zwei Jahren droht dem Angeklagten nun. Der Angeklagte indes hofft auf eine Bewährungsstrafe, um in seinem Heimatland seine Arbeit wieder aufnehmen zu können. Das Strafmaß werden Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Kammer nun aushandeln.

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