24 000 Euro für bedürftige Alt-Uelzener

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Propst Jörg Hagen blickte auf die Geschichte der Bischöfe zurück.

Uelzen. - Von Bernd Schossadowski Uelzen. Es waren ein Ende und zugleich ein Neuanfang, die am Mittwochabend das traditionelle Greyer-Essen der Stadt Uelzen im „Holdenstedter Hof“ prägten. Denn zum letzten Mal stand das Treffen von Mitgliedern des Stadtrates sowie Vertretern der Verwaltung und von St. Marien im Zeichen der alten Fassung der Greyer-Stiftung. Im kommenden Jahr werden deren Satzung und Struktur neu ausgerichtet.

„Das ist eine historische Sitzung“, sagte Bürgermeister Otto Lukat daher auch. Aus finanzrechtlichen Gründen muss der Stiftungszweck verändert werden. Laut testamentarischer Verfügung des Gründers, des 1964 verstorbenen Brennereibesitzers Gerhard Greyer, wurden bislang arme, ohne eigenes Verschulden in Not geratene Alt-Uelzener und deren Nachkommen aus den Erträgen der Stiftung unterstützt. Doch diese Hilfe wird inzwischen auf das Arbeitslosengeld II der Bedürftigen angerechnet (AZ berichtete). Daher kann der ursprüngliche Zweck der Greyer-Stiftung nicht mehr erfüllt werden.

„Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, die Stiftung ab dem 1. Januar 2011 auf neue gemeinnützige Felder auszudehnen“, erklärte Lukat. So sollen künftig Hilfen für bedürftige Personengruppen statt Einzelfall-Unterstützung im Mittelpunkt stehen. Das Ziel ist auch, zu bewirken, dass eine Notsituation gar nicht erst eintritt. Zudem wird ein fünfköpfiger Stiftungsrat gegründet, ebenso ein aus drei Personen bestehender Stiftungsvorstand, dem unter anderem Lukat angehören wird. Das Greyer-Essen wird weiterhin alljährlich zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden.

Im laufenden Jahr wurden Stiftungsmittel in Höhe von insgesamt 24 000 Euro an Bedürftige ausgezahlt, berichtete Lukat. Aus finanzrechtlichen Gründen seien die Hilfen aber nur bis zum 31. März 2010 gewährt worden, so dass der eigentlich geplante Ausgaben-Ansatz von 95 000 Euro nicht erreicht werden konnte. Bis dahin erhielten 117 Menschen Unterstützung. Hinzu kam die traditionelle Weihnachtsbeihilfe von jeweils 50 Euro, in deren Genuss 102 Alt-Uelzener kamen.

Zwischen Suppe, Tafelspitz und Zwetschgen-Sorbet erlebten die Gäste des Greyer-Essens auch eine Ansprache von Propst Jörg Hagen. Er blickte in die Geschichte der katholischen und evangelischen Bischöfe zurück und erläuterte dabei die Unterschiede zwischen den beiden Konfessionen. Gespannt ist Hagen auf die Amtseinführung des neuen Bischofs der Evangelischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister. „Dass wir wieder einen geistlichen Führer in unserer Landeskirche haben, stimmt mich froh und macht mich neugierig, zu sehen, wie er dieses Amt ausfüllt“, sagte Hagen.

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