Buchen und Eichen

23 000 neue Laubbäume für den Wald

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Michelle Loosen, Auszubildende bei der Stadtforst, pflanzt derzeit junge Laubbäume im Uelzener Stadtwald. Das Ziel ist, die Nadelgehölze schrittweise in Mischwald umzuwandeln. Foto: Schossadowski

UELZEN - Alles neu macht der Mai – dieses Sprichwort gilt nicht unbedingt für die Uelzener Stadtforst. Denn bereits jetzt sind die Mitarbeiter fleißig damit beschäftigt, den hiesigen Wald zu verjüngen.

Etwa 23 000 neue Laubbäume werden dort zurzeit gepflanzt, darunter 12 000 junge Eichen, der Rest Buchen, Bergahorne und Wildkirschen. „Wir wollen den ökologischen Umbau des Kiefern-Fichten-Altbestandes zu einem Mischwald vorantreiben“, erklärt Stadtförster Thomas Göllner im AZ-Gespräch.

Nach der letzten Eiszeit, also vor etwa 10 000 bis 12 500 Jahren, hatte der Uelzener Wald noch ein ganz anderes Gesicht: Es gab Laubbäume, so weit das Auge reichte. Doch im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte fällten die Menschen immer mehr dieser Bäume, unter anderem um Bau- und Brennholz zu gewinnen. Stattdessen wurden massenhaft Nadelhölzer gepflanzt, weil diese schneller als Laubbäume wachsen und mehr Ertrag bringen.

Die Folgen spürt die Stadtforst noch heute. „Im Altbestand haben wir derzeit 80 Prozent Nadelwald. Doch unser Ziel ist, den Anteil mittelfristig auf 60 Prozent zu senken und 40 Prozent Laubbäume zu haben“, schildert Göllner. Diese Aufgabe werde aber wohl noch 60 bis 80 Jahre dauern. Begonnen worden sei damit in den 70er Jahren. „Auf diesen Standort hier gehört einfach Laubwald“, bekräftigt der Stadtförster. Die Wasserversorgung im Boden sei gut, zudem ermögliche der hohe Lehmanteil das Wachstum von Laubhölzern.

Bis Ostern sollen alle 23 000 jungen Bäume, die als kleine Forstpflanzen von einer Baumschule geliefert werden, gepflanzt sein. „Das machen wir jedes Jahr im Frühjahr“, sagt Göllner und zählt einige der Vorteile von Laubbäumen auf. Deren Wurzeln seien stabiler als die von Nadelgehölzen und böten somit besseren Widerstand gegen Stürme. Außerdem seien Mischwälder weniger anfällig gegen Schädlinge, und Laubholz sei ein Hemmnis für Waldbrände, weil es schlechter als Nadelbäume brenne. Und nicht zuletzt habe das verstärkte Pflanzen von Laubbäumen auch wirtschaftliche Gründe, erläutert Göllner: „Wir als Stadtforst erweitern damit unsere Angebotspalette an Holz.“

Von Bernd Schossadowski

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