Altes Thema – neue Wahlperiode: Ausschuss will dauerhaft Blumenkübel

200 000 Euro für Innenstadt

Grüne Schranken werden dort, wo bislang Provisorien stehen, aufgebaut. Grafiken: Planungsbüro Kreikenbaum und Heinemann

Uelzen. Der Stadtplanungs-ausschuss hat sich auf seiner Sitzung am Donnerstagabend endgültig für die Installierung von Blumenkübeln samt Bänken auf den drei Marktstraßen ausgesprochen – bei einer Gegenstimme von Burkhard Schorling (WIR für Uelzen).

Demnach werden auf der Veerßer, Lüneburger und Gudesstraße 13 halbkreisförmige Blumenkübel aufgestellt, die ähnlich wie in der aktuellen Erprobungsphase am Rand der Fahrbahnen stehen. Sie lösen die derzeitigen Provisorien ab.

An den Kübel werden auf der Seite der Häuserfassaden Bänken installiert, so dass die Passanten, die sich dort niederlassen, einen Blick auf die Schaufenster haben. An den Eingängen der drei Straßen zum Marktbereich werden zudem Schranken entstehen, in Form von großen Blumenkübeln mit acht künstlerisch gestalteten Bänken, die weit in die Fahrbahnen hineinreichen und die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Tempo-10-Zone deutlich machen.

Die Umgestaltung der drei Straßen mit Kosten in Höhe von voraussichtlich 200 000 Euro bot bei der ersten Sitzung dieses Ausschusses nach den Kommunalwahlen Anlass für Diskussionen. „Das ist wieder nur halbgar“, kritisierte Schorling den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung. Nachdem nun deutlich geworden sei, dass die Sanierung des Alten Rathauses teurer werde als die geplanten 1,8 Millionen, zusätzlich die Umgestaltung des Schnellenmarktes diskutiert werde, könne für die Blumenkübel erst recht kein Geld zur Verfügung stehen. „Es geht darum, dass diese Kosten, die hier entstehen, den Schuldenstand der Stadt erhöhen“, sagte das neue Mitglied des Uelzener Stadtrates. Zudem fürchte er bei den jetzigen Planungen, dass Mütter mit Kleinkindern die Bänke nicht benutzen werden, da sie zu nah an der Fahrbahn aufgebaut würden.

Baudezernent Karsten Scheele-Krogull warb jedoch erneut dafür, dem Verwaltungsausschuss zu empfehlen, die Umsetzung der Detailplanung vom Planungsbüro Kreikenbaum und Heinemann aus Bremen zu beschließen. Für diese Arbeiten könnten noch Ziel-1-Mittel beantragt werden, im kommenden Jahr laufe dieses Förderprogramm der Bundesregierung aus.

Die Blumenkübel sollen die Attraktivität der Innenstadt steigern und sich positiv auf den Handel auswirken. Wenn nach jahrelangen Diskussionen über die Umgestaltung der Marktstraßen das Projekt nun abgebrochen werde, „können wir das Rathaus abschließen, dann machen wir gar nichts mehr“, machte Scheele-Krogull deutlich. Der Stadtrat hatte vor den Kommunalwahlen im vergangenen Juli beschlossen, nach einer halbjährigen Erprobungsphase mit provisorischen Kübeln und nach dem Vorliegen des Zuschussbescheides und der erforderlichen Haushaltsmittel, den verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umzusetzen.

Auch Hans-Jürgen Heuer (CDU), Uwe Holst (SPD) und Bernd Ebeling (Grüne) forderten, nicht wieder in die Grundsatzdiskussion einzusteigen. „Es gibt andere Bereiche, da habe ich mehr Bauchschmerzen, als wenn wir den Uelzener Kernbereich ausbauen“, sagte Heuer. Zudem werde die Empfehlung für die Umgestaltung für 200 000 Euro auch von Anliegern mitgetragen, machte Klaus Knust (SPD) deutlich. Die rund 25 Mitglieder der AG Innenstadt haben in mehreren Sitzungen die Planungsschritte mit begleitet.

Wenn der Verwaltungsausschuss ebenfalls zustimmt, können die neuen Pflanzkästen im April/Mai 2012 gebaut werden. Für die Uelzener Bürger soll zur Erprobung zuvor ein Modell dieser Konstruktion in der Innenstadt aufgestellt werden.

Von Diane Baatani

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