Uelzener Beobachter wiederholt im Prozess gegen Robert K. erneut seine Schilderung: Er will Tritte des Angeklagten gesehen haben

19-jähriger Zeuge sagt zum dritten Mal aus

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Symbolfoto

dib Uelzen/Lüneburg. Zum dritten Mal hat ein 19-jähriger Uelzener am Dienstag vor dem Landgericht Lüneburg geschildert, wie er in der Nacht zum 2. Juli 2011 beobachtet habe, dass einem 42-Jährigen auf der Gudestorbrücke gegen den Kopf getreten worden sei.

Einmal war er schon in der Verhandlung gegen Robert K. wegen versuchten Totschlags in der ersten Instanz vor knapp zwei Jahren von der 1. großen Jugendkammer vernommen worden. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil von April 2012 verworfen hatte und eine neue Verhandlung gegen Robert K. vor der 2. großen Jugendkammer startete, hatte der 19-Jährige wieder ausgesagt. Dabei belastete er den Angeklagten, indem er schilderte, wie Robert K. dem am Boden liegenden Mann „aufs Gesicht getreten ist“. Damit ist er bislang der einzige Zeuge, der die mutmaßliche Tat von Robert K. gesehen haben will, wie sie von der Staatsanwaltschaft angeklagt ist. Ein Geständnis von Robert K. selbst kann, wie berichtet, aus formalen Gründen nicht gewertet werden.

Dass der 19-Jährige gestern ein drittes Mal zu demselben Sachverhalt aussagen sollte, ist auf einen Antrag von Volker König, Verteidiger des Angeklagten, zurückzuführen. Dieser hatte sich die Aussage des 19-jährigen Zeugen vor knapp zwei Jahren vorgenommen, die aus seiner Sicht Raum für Interpretationen gelassen habe und daher nicht mit der aktuellen Aussage übereinstimme. Die damalige Oberstaatsanwältin war daher ebenfalls als Zeugin vernommen worden und hatte aus ihrer Erinnerung heraus gesagt, der 19-Jährige habe schon vor knapp zwei Jahren die Anklage gegen Robert K. bestätigt. Einer der Richter der 1. großen Jugendkammer hingegen betonte als Zeuge vor der 2. großen Jugendkammer, die damalige Aussage sei so gewertet worden, dass der Zeuge die Tritte und Robert K. zwar gesehen habe, jedoch nicht bestätigen könne, dass Robert K. derjenige war, der getreten habe.

Das wurde dem 19-Jährigen gestern vorgehalten. Er sagte daraufhin, er wisse nicht mehr, was er vor zwei Jahren ausgesagt habe. Aber klar sei für ihn: „Zum Zeitpunkt der Tritte habe ich Robert K. komplett sehen können“, betonte er.

Nachdem der Zeuge für diesen Verhandlungstag entlassen war, schlug Verteidiger König vor, dass der 19-Jährige ein viertes Mal geladen werden könnte: Beim Ortstermin morgen an der Gudestorbrücke könnte der 19-Jährige dem Gericht schildern, von welchem Standort er Robert K. treten gesehen habe.

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