Kreisbrandmeister warnt vor großem personellen Aderlass der Feuerwehren

1600 Mitglieder weniger bei Uelzens Wehr

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(Symbolfoto)

Uelzen/Landkreis. „Wenn der Bevölkerungsrückgang wie prognostiziert eintritt, werden wir bis zum Jahr 2030 etwa 1600 Feuerwehrkameraden verlieren. Das ist nicht ohne."

Dieter Ruschenbusch

So deutlich wie selten zuvor hat Kreisbrandmeister Dieter Ruschenbusch jetzt die Probleme und Handlungsnotwendigkeiten der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Uelzen benannt. Ganz wichtig sei es, mehr Menschen mit Migrationshintergrund als Mitglieder zu gewinnen. „Da haben wir eine große Baustelle. Wir müssen deshalb unheimlich aktiv werden“, betonte Ruschenbusch am Donnerstagabend im Kreis-Feuerschutzausschuss.

In seinem Vortrag „Feuerwehr 2020 – weiterhin ein Zukunftsmodell?“ stellte der Kreisbrandmeister ein dramatisches Szenario vor. Aufgrund des demografischen Wandels werde die Zahl der aktiven Feuerwehrleute im Kreis Uelzen deutlich sinken: von insgesamt 4043 im vergangenen Jahr auf voraussichtlich 2441 im Jahr 2030.

Ein Ziel müsse daher sein, mehr weibliche Mitglieder in die Wehren aufzunehmen. Derzeit leisteten 439 Frauen aktiven Feuerwehrdienst im Kreis Uelzen – ein Anteil von elf Prozent. Als mittelfristiges Ziel gab Ruschenbusch eine Steigerung auf 20 Prozent aus. „Da haben wir Luft nach oben“, gab er zu.

Uwe Liestmann

Sorgen bereitet ihm auch die personelle Entwicklung der Jugendfeuerwehren. Ihre Mitgliederzahl ist im vergangenen Jahr kreisweit von 464 auf 438 gesunken. Einen leichten Zuwachs verzeichneten hingegen die Kinderwehren. Hier stieg die Zahl der Mitglieder von 100 auf 120. Doch auch das ist nach Ansicht von Ruschenbusch ausbaufähig. So gebe es in Lüchow-Dannenberg und Lüneburg deutlich mehr Kinderfeuerwehren als im Kreis Uelzen. Entscheidend sei, Betreuer für Kinder und Jugendliche zu gewinnen, die nicht nur feuerwehrtechnisches Wissen, sondern auch hohe Sozialkompetenz hätten.

Erster Kreisrat Uwe Liestmann sagte den Feuerwehren die Unterstützung seitens des Landkreises zu. „Es darf nicht mehr darüber diskutiert werden, ob in Gerätehäusern Toiletten eingebaut werden oder nicht. Das ist eine Selbstverständlichkeit“, bekräftigte er. Alle Beteiligten müssten dafür sorgen, die Wehren zukunftsfähig zu machen und ihnen mehr Wertschätzung für ihre Arbeit entgegenzubringen.

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