Uelzener Beamte klären eine der größten Einbruchsserien der vergangenen Jahrzehnte auf

Um 1.41 Uhr in die Falle getappt: Polizei schnappt Serieneinbrecher

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Nach einem Einbruch in den Holdenstedter Hof endete eine Serie, die vier Jahre währte, mit der Festnahme.

Uelzen. Viele Jahre jagte die Polizei einen Einbrecher der rund um Uelzen, Wittingen und Hankensbüttel aktiv war. Nichts war vor dem Mann sicher. Nun sitzt er in Untersuchungshaft in der JVA Uelzen.

Er brach in Gaststätten ein, in Kindergärten, in Friseursalons; Freibäder wie die in Wieren und Stadensen waren vor ihm ebenso wenig sicher wie Feuerwehrgerätehäuser (unter anderem Suderburg); auch Hotels, Kirchenbüros und diverse Firmengebäude gehörten zu seinen Zielobjekten – jetzt hat die Polizei einen 56-jährigen Mann gefasst, der für eine der größten Einbruchsserien der letzten Jahrzehnte im Landkreis Uelzen sowie im Raum Wittingen und Hankensbüttel verantwortlich sein soll. Vier Jahre lang jagte die Polizei den Serientäter – in der Nacht zu Dienstag schnappte die Falle dann in Holdenstedt zu. Der 56-Jährige ist geständig, das Amtsgericht Uelzen erließ Haftbefehl.

Im Juni 2012 waren die ersten Einbrüche gemeldet worden. Damals ahnte noch niemand, dass aus den ersten Taten eine Serie werden sollte, die vier Jahre andauern sollte und mit der ein Schaden geschätzt im mittleren sechsstelligen Bereich angerichtet würde. Stets sucht der Täter nach Bargeld und kleineren Tresoren. Hohen Schaden richtet er aber auch durch die Zerstörung von Türen, Schränken und vielem mehr an.

Hans-Jürgen Nischk, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Die Polizei geht zunächst nach dem üblichen Verfahrensmuster vor, klappert ihre örtlichen Verdächtigen ab. „Aber der Mann ist erst 2013 nach Uelzen gezogen, deshalb kannten wir ihn nicht“, sagt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Hans-Jürgen Nischk. Was die Ermittler zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen: Der mutmaßliche Täter hat bereits in seiner alten Heimat Recklinghausen eine ähnliche Serie hingelegt. Doch die endete im Jahr 1996 und musste deshalb aus Datenschutzgründen zwischenzeitlich aus dem Register entfernt werden. „Seit Mitte letzten Jahres konnten wir dann ein bestimmtes Muster bei der Vorgehensweise herausarbeiten und haben in Abstimmung mit der Polizeiinspektion Gifhorn ein gemeinsames Fahndungskonzept erarbeitet“, schildert Nischk. Das bedeutet: Ehemalige Tatorte werden mit technischer Überwachung ausgestattet, denn zu manchen Objekten kehrte der Täter zurück. Außerdem ein verstärkter nächtlicher Personalaufwand im Kreis Uelzen und im Isenhagener Land. „Angesichts von Großereignissen wie dem Open Air und dem Stadtfest war das ein Kraftakt“, weiß der Kripochef.

Der lange Atem zahlt sich schließlich aus: Dienstagfrüh um genau 1.41 Uhr schlägt der eigens eingebaute Alarm im Restaurant Holdenstedter Hof an. Mehrere Streifenwagen sind in kürzester Zeit am Einsatzort, nach einer kurzen Verfolgung durch mehrere Vorgärten endet die Jagd nach dem meistgesuchtesten Einbrecher Uelzens.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des 56-Jährigen in der Innenstadt finden die Ermittler Diebesgut. Auch in der der Wohnung einer Bekannten in Bad Bodenteich wird die Polizei fündig. Der Mann sitzt jetzt in Untersuchungshaft in der JVA Uelzen.

Von Thomas Mitzlaff

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