Elfjähriger Junge wird gestern bei Kirchweyhe verschüttet / Reanimation vor Ort

Tragödie am Sand-Abhang

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Nichts deutet auf die dramatischen Minuten hin, die sich gestern Nachmittag an einem Sand-Abhang zwischen Kirchweyhe und Emmendorf abspielten. Ein Junge wurde dort verschüttet.

Uelzen-Kirchweyhe. Der Ort wirkt friedlich in der Nachmittagssonne. Ein verrosteter Anhänger steht verlassen auf der Wiese, ein verdorrter Baum wirft Schatten an einem kleinen Abhang, an dessen Fuß aufgewühlter Sand zu sehen ist.

Nichts deutet darauf hin, welch dramatische Minuten sich kurz zuvor dort abgespielt haben. Gestern Nachmittag wurde an dem Sand-Abhang zwischen Kirchweyhe und Emmendorf, unweit der Bahngleise, ein elfjähriger Junge aus Kirchweyhe verschüttet und dabei lebensgefährlich verletzt. Nachdem er mit Hilfe eines Passanten und von Einsatzkräften der Feuerwehr Kirchweyhe aus dem Sand befreit worden war, musste er vom Notarzt reanimiert werden, was nach Aussage vom Kirchweyher Ortsbrandmeister Norbert Kuhlmann auch gelang. Der Junge wurde zunächst in das Uelzener Klinikum gebracht.

Aus einem Spiel wurde wohl lebensbedrohlicher Ernst, wie Norbert Kuhlmann gestern Nachmittag der AZ zu berichten wusste. Mindestens zwei Kinder sollen an dem Abhang eine Höhle in den Sand gebuddelt haben. Der elfjährige Junge habe sich im Inneren der Höhle befunden, als diese zusammenstürzte, schilderte Kuhlmann. Ein zwölfjähriger Spielgefährte versuchte zunächst selbst, ihn auszugraben, stellte jedoch fest, dass ihm dies nicht gelang. „Er lief zur Straße und stoppte wohl ein Auto“, so Kuhlmann. Der Passant alarmierte die Rettungskräfte und half dabei, den vom Sand begrabenen Jungen zu befreien, informierte die Polizei. Die herbeigeeilte Feuerwehr von Kirchweyhe half dabei. Insgesamt waren 24 Kameraden im Einsatz. Als die Feuerwehr an der Unglücksstelle eintraf, landete gerade auch Rettungshubschrauber „Christoph 19“ mit dem Notarzt.

Nachdem der Junge abtransportiert worden war, wurde von den Feuerwehrmännern die Höhle vollständig verschlossen. Wie Ortsbrandmeister Norbert Kuhlmann sagte, sei der Abhang an den Gleisen bislang nicht als „Spielplatz“ von Kindern bekannt gewesen.

Von Norman Reuter

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