Spiel mit dem Feuer auf dem Rücken der Wehren

In Bad Bevensen geht ein Geschäft in Flammen auf, in Klein Süstedt brennen mehrere Lagerhallen, in Gerdau ein Fabrikkomplex, in Westerweyhe ein Wohnhaus – selten war der Landkreis Uelzen in kürzester Zeit von so vielen Großbränden betroffen wie in den vergangenen zehn Tagen.

So dramatisch diese Ereignisse für die Betroffenen sind, sie haben auch eines gezeigt: Das Feuerwehrwesen im Landkreis Uelzen funktioniert. Es funktioniert dank des großen Engagements der vielen hundert Frauen und Männer, die – wohlgemerkt in ihrer Freizeit – unzählige Stunden opfern, um im Ernstfall gut ausgebildet zu sein.

Die ihre Arbeitsstelle verlassen und sich in Atemschutzgeräte zwängen, um Sachwerte und auch Menschenleben zu retten, die sich deshalb in manchen Fällen auch Ärger mit ihrem Arbeitgeber einhandeln. Ein Einsatz, der höchsten Respekt verdient und der eigentlich unbezahlbar ist.

Umso unbegreiflicher ist es, wenn man dieses ehrenamtliche Engagement nicht nach Kräften unterstützt, sondern wegen ein paar hundert Euro für Flugbenzin mit der Katastrophe pokert. Seit Wochen gilt im Landkreis die höchste Waldbrand-Warnstufe, doch ein wichtiger Bestandteil des Früherkennungsnetzes wird nicht eingesetzt, weil sich Behörden streiten, wer den Flugwachdienst der Feuerwehr bezahlen soll.

Die Wälder in der Region sind knochentrocken, dazu sind für diese Tage gefährliche Winde angesagt, durch die Brände sich schnell ausbreiten würden. Und das viel gepriesene Kamera-Überwachungssystem arbeitet offenbar nur unzureichend. Vielen Uelzenern sind die verheerenden Waldbrände etwa von Unterlüß noch in Erinnerung – auch den vielen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, die bei der wochenlangen Brandbekämpfung ihr Leben riskierten.

Da ist es geradezu zynisch, wenn ein Behördensprecher sagt, es reiche aus, wenn der Flieger im Brandfalle in die Luft steige. Bis dahin können die Flammen seit Stunden gewütet haben. Es ist im wahrsten Sinne ein Spiel mit dem Feuer, das die Verantwortlichen da treiben – ausbaden müssen es im Ernstfall die Wehren. Aus den Rathäusern der Regionen sollte es jetzt Protestnoten an die Polizeidirektion und ans Innenministerium hageln, mit der klaren Botschaft: Wir lassen unsere Feuerwehren nicht im Stich, unser ausgezeichnetes Frühwarnsystem darf nicht an ein paar Bürokraten scheitern.

thomas.mitzlaff@cbeckers.de

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