„Sozialromantik": Lukat kritisiert A-39-Gegner

bs Uelzen. "Es ist noch keine Autobahn, die geplant wurde und im vordringlichen Bedarf des Bundes war, nicht gebaut worden." Mit diesen Worten begegnet Bürgermeister Otto Lukat der Einschätzung des Dachverbandes der 35 Bürgerinitiativen gegen die A39, dass die geplante Autobahn zwischen Lüneburg und Wolfsburg nicht realisierbar sei.

Vielmehr weise der Bedarfsplan für den Bundesfernstraßenbau die A39 als "vordringlich" aus, während die Küstenautobahn A22 nur als "weiterer Bedarf" deklariert sei. Zudem sei in der Infobroschüre "Niedersachsen 2021" des Landes der geplante Verlauf der A39 bereits auf einer Karte des Autobahnnetzes eingezeichnet. Diese Argumente sprechen aus Sicht von Lukat eindeutig dafür, dass das Land der A39 keineswegs, wie von Kritikern behauptet, weniger Bedeutung als der A22 zumesse. Den Vorwurf, der A-39-Bau zerstöre die Natur, hält Lukat für ein "falsches Argument". Das sei "Sozialromantik", die an den Realitäten vorbeigehe. "Natürlich wäre der Kreis Uelzen ohne B4 und Elbe-Seitenkanal ein noch schöneres Stück Natur", fügt Lukat ironisch hinzu. Er kann auch die Einschätzung nicht nachvollziehen, dass der Bau der A39 zur massiven Abwanderung junger Uelzener führen würde. "Im Gegenteil: Die jungen Leute müssten uns nicht verlassen, weil sie dank der A39 einen Arbeitsplatz in der Nähe ihres Wohnortes hätten", ist Lukat überzeugt. Auch hält er es für verfrüht, die Frage der Finanzierbarkeit der A39 schon jetzt zu stellen. Schließlich gebe es im laufenden Jahr "überhaupt keine Möglichkeit, im Bundeshaushalt bereits für 2014 Mittel bereitzustellen". Unterdessen fordern die A-39-Gegner den Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung, Friedrich-Otto Ripke, und die Landesregierung auf, den "Eier- und Schleiertanz" hinsichtlich der A39 aufzugeben, die Nichtrealisierbarkeit dieses Projekts zuzugeben und die Autobahn aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen. Erschienen: 15.10.2008: AZ / 242 / Seite:3

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