Skeptische Befürworter

bo Wittingen. Nur eine A39-Abfahrt plus Südumgehung, dazu eine Tank- und Rastanlage im Bereich der VW-Teststrecke – das sind die Inhalte der Resolution zum Autobahnbau der Stadt Wittingen im benachbarten Landkreis Gifhorn.

Eine Tankstelle bei Eutzen oder Wollerstorf soll in dem Papier deutlich abgelehnt werden.Ob das alles Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Zumindest die Realisierung der "Abfahrt 17", die zwischen Glüsingen und Eutzen eine noch zu bauende Umgehungsstraße an die A39 anschließen soll, erscheint inzwischen selbst einigen ihrer Befürworter utopisch, nachdem sich die Planungsbehörde in dieser Frage klar positioniert hat.Diese Variante war einst einstimmig von der Wittinger Stadtpolitik gefordert worden, doch am Donnerstag stellte CDU-Fraktionschef Walter Schulze die Frage, ob man nicht "neue Erkenntnisse" berücksichtigen solle: die von den Wolfenbütteler Planern dargelegten ökologischen Probleme beim Bau einer Südumgehung, die enormen Mehrkosten, und auch die prognostizierten Verkehrszahlen. Beim Bau der Abfahrt 17, so die Vorhersage, wird es in der Knesebecker Straße in Wittingen ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen geben. SPD-Fraktionschef Hans-Heinrich Koch sah in der Umgehungs-Variante dennoch die "insgesamt günstigste Verkehrsführung für Wittingen". Auch der interne A39-Arbeitskreis der Stadt habe diese Alternative befürwortet. Der Ausschussvorsitzende Friedrich Lührs (FWG) räumte ein, dass die Chancen für die Variante "nicht rosig" seien, diese stelle jedoch "das Optimum" dar. Er verwies darauf, dass es bei einer Abfahrt an der B244 bei Mannhagen zu einer verstärkten Belastung der Bahnhofstraße kommen werde – und dass ab 2015 durch die Regio-Stadtbahn die Schranken am Bahnübergang doppelt so oft wie heute unten sein werden.Der Sozialdemokrat warf der CDU mangelnden Realismus in einer anderen Frage vor: Schulze hatte vorgeschlagen, die Planer um eine erneute Prüfung einer Verschwenkung der A39 im Bereich Glüsingen zu bitten – dichter an den Hafen heran. Im dortigen Gewerbegebiet, so seine Argumentation, sei auch eine Tank- und Rastanlage gut aufgehoben. Dieses Szenario war im November vom CDU-Politiker Uwe Hoppmann ins Spiel gebracht worden. Koch verwies nun darauf, dass der Wolfenbütteler Chef-Planer Bernd Mühlnickel die stärkere Verschwenkung bereits kategorisch abgelehnt habe. Lührs verwies darauf, dass eine Tankstelle am Hafen keine Chance habe, falls die Abfahrt an der B244 gebaut werde, denn für beides gelte es Mindestabstände einzuhalten.In Sachen Tank- und Rastanlage sprach sich die CDU klar gegen Eutzen und Wollerstorf als Standorte aus. SPD und FWG lehnten Eutzen ebenfalls deutlich ab, konnten sich mit einer Platzierung in der Wollerstorfer Gemarkung zwischen Kanal und Autobahn offenbar zur Not noch anfreunden. In der Resolution wird Wollerstorf auch abgelehnt. Der Ausschuss hofft auf einen Standort im Raum VW-Teststrecke/Truppenübungsplatz. Auf Wittinger Gebiet, damit die Gewerbesteuer ins Stadtsäckel fließt.Mögliche Standorte für eine Tank- und Rastanlage: die drei Fragezeichen an der A39 bei Wittingen.Skizze: Landesbehörde LG

Erschienen: 12.01.2010: AZ / 9 / Seite:7

Kommentare