Sichere Atom-Endlagerung ist eine Schimäre

Schwarz-Gelb schwimmen die Atomfelle davon. Gerade bricht das Kartenhaus Gorleben endgültig in sich zusammen. Zu eindeutig ist geworden, dass – anders als man uns immer weismachen wollte – sehr wohl sehr viel gegen Gorleben spricht.

Bundesumweltminister Röttgen besucht heute das niedersächsische Kabinett und am Montag den Kreistag Lüchow-Dannenberg. Es gibt kein Drumherumgerede mehr, die Gasvorkommen unter dem Salzstock und die Gaseinschlüsse im Bereich der vorgesehenen Endlagerkammern in 800 Metern Tiefe sind klare K.o.-Kriterien für eine „sichere“ Endlagerung. Eine Million Jahre sicher? Die Menschen im Wendland wissen seit langem, das dies eine Schimäre ist. Sie haben sich über 30 Jahre in hunderten von Informationsveranstaltungen schlau gemacht. Sie wissen mehr als Röttgen und lassen sich nicht mehr ins Bockshorn jagen. Weder durch den großen Scheck, mit dem die CDU ihr Überleben sichern will, noch durch die inhaltsleere Formel von MdL Betholdes-Sandrock (CDU), es sollten andere „Suchräume in Aussicht gestellt“ werden. Innenminister Schünemann sprach offensichtlich die Unwahrheit bei der Beantwortung meiner Anfrage zu einer Hausdurchsuchung während des Castor-Transports 2010. Jedenfalls behaupten das die Eigentümer des betroffenen Hofes in Grippel in einem Brief, der nun wiederum Grundlage ist für eine zweite Anfrage im Landtagsplenum. Im Gegensatz zu Schünemanns verharmlosenden Antworten führen sie aus, vermummte, nicht gekennzeichnete Polizisten hätten ohne Durchsuchungsbeschluss das Gelände sehr rüde betreten. Ein Märchen allerdings war Schünemanns Behauptung, sie hätten dort Trecker und Anhänger durchsucht. Die Eigentümer: „Trecker und Anhänger gab es gar nicht auf unserem Grundstück.“ Wir dürfen gespannt sein auf die Kreativität des Innenministers im Herausreden bei seiner Antwort in der kommenden Woche. Allerdings sollte er sich sehr genau überlegen, was er dort von sich gibt, die Eigentümer klagen nämlich vor Gericht wegen des unverhältnismäßigen Einsatzes der Polizei. Kurt Herzog aus Dannenberg ist Landtagsabgeord- neter der Linken und dabei auch für den Landkreis Uelzen zuständig.

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