„Schwerthieb durch die Gemeinde

Von Richard GermerWierstorf. Mit einer ganzen Reihe von Informationen eröffnete Bürgermeister Werner Rodewald am Freitag die Obernholzer Gemeinderatssitzung in Wierstorf. Die Antwort der Kommunalaufsicht auf die Eingabe von Ernst Bludau zu den Ergebnissen und Abläufen der Ratssitzungen, die sich in den zurückliegenden Jahren mit dem Thema Windkraft beschäftigt hatten, ist da. Darin stellt die Behörde fest, dass es weder an eben diesen Ergebnissen noch an den Abläufen etwas auszusetzen gebe. Bludau hatte sich daran gestört, dass einige Diskussionen von Rodewald und Verwaltungsmann Wolfgang Buse aus der Öffentlichkeit verbannt wurden.

Die Kommunalaufsicht hatte daran nichts auszusetzen und folgte der Begründung von Rodewald und Buse. Beide hatten argumentiert, die Beratungen teilweise in die Nichtöffentlichkeit zu verlagern, um damals laufende Vertragsverhandlungen nicht zu beeinflussen.

Rodewald fügte an diese Information noch an, dass entgegen anders lautenden Gerüchten Bauanträge für Windräder auf Obernholzer Gebiet laufen.

Ein dickes Lob vom Bürgermeister heimsten die Wentorfer und die Steimker ein. "Die Wentorfer haben seit langer Zeit wieder Eigeninitiative bewiesen", freute sich Rodewald. Gemeint hat er damit die Arbeiten am Ehrenmal. Wentorfer Bürger hatten das Denkmal in Eigenleistung und Eigenregie wieder auf Vordermann gebracht. Die Arbeiten, so der Bürgermeister, seien noch nicht ganz abgeschlossen. Die Eiche sei im Übrigen ein Naturdenkmal und damit vom Landkreis zu unterhalten.

Den Steimkern bescheinigte Rodewald echten Gemeinschaftsgeist. Die Entscheidung über den Erweiterungsbau am Schießstand sei ganz knapp ausgefallen, stellte er fest. Aber dann zu sehen, dass eigentlich alle, auch die, die gegen den Bau gestimmt hatten, kräftig mit zupackten, sei schon eine tolle Sache.

Abschließend beschäftigten sich die Ratsmitglieder noch mit dem Ausbau der Autobahn39. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde als "Träger öffentlicher Belange" durch ihr Planungsbüro eine Stellungnahme dazu abgegeben. Diese soll nun fortgeschrieben werden. Zwei Aspekte sollten dabei die Schwerpunkte geben. Zum einen wollen die Obernholzer Klarheit in der Frage, in wie weit sich die Schallemissionen der Windkraftanlagen und die der Autobahn gegenseitig in ihren Grenzwerten beeinflussen. Und zum anderen soll darauf hingewiesen werden, dass eine mögliche Trasse durch die Gemeinde wie ein Schwerthieb wirken könnte und die gewachsene Einheit durchtrenne. "Wie ist das Grundzentrum Hankensbüttel dann noch zu erreichen und wie kommen die Landwirte zu ihren Äckern jenseits der Autobahn", sind nur zwei Fragen, die bislang nicht beantwortet sind. Zurzeit gebe es fünf Querungen, stellte Rodewald fest. Er befürchtet allerdings, dass bestenfalls zwei übrig bleiben können.

Erschienen: 07.06.2006: IK / 130 / Seite:7

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