A39 schöngerechnet?

Miriam Staudte

mr Uelzen/Hannover. Die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte aus dem Nachbarkreis Lüneburg hat Zweifel an dem Berechnungsverfahren, mit dem das derzeit offiziell genannte Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) der Autobahn 39 von 2,78 ermittelt wurde. Der Wert beschreibt die zu erwartenden Wirtschaftlichkeit von Straßenprojekten – die A 39 erzielt demnach die 2,78fache volkswirtschaftliche Wirkung ihres Mitteleinsatzes.Aus Sicht der Grünen scheint "der schlechte Wert von 2,78 schöngerechnet zu sein", so Staudte.

Sie greift Berechnungen von Volker Constien von der Bürgerinitiative Lüne-Moorfeld auf und stellte jetzt eine schriftliche Anfrage an die Landesregierung. Darin bezweifelt die Grünen-Politikerin, dass die Kosten für das Projekt hinreichend einkalkuliert worden sind: "Während bei der Parallelautobahn A14 seit 2003 eine Kostensteigerung von 83,75 Prozent angenommen wird, beträgt die zu erwartenden Steigerung bei der A39 angeblich nur 5,72 Prozent. Das ist nicht plausibel", findet Staudte.Damit würde die ursprünglich pro Kilometer 21 Prozent teurere A39 nun plötzlich 30 Prozent preiswerter als die A14. Auch bei Faktoren wie dem erst durch die Autobahn induzierten Verkehr werde bei der A39 stets ein positiverer Wert als bei der A14 angenommen (-2,18 Prozent des Gesamtnutzens, bei der A14 -9 Prozent). Die Umwelteffekte würden hingegen mit +17,25 Prozent des Gesamtnutzens bei der A39 besser bewertet als bei der A14 (+5,54 Prozent). "Dabei steht die A39 nicht umsonst unter besonderem naturschutzfachlichen Planungsauftrag", ärgert sich die Politikerin.Dass die Kostensteigerungen seit 2006 im Ergebnisbericht vom Juli 2008 nicht berücksichtigt worden seien, obwohl das Bundesverkehrsministerium schon bestätigt habe, dass mit über 700 Millionen Euro statt mit 608 Millionen Euro gerechnet werden müsse, kritisiert die Grünen-Abgeordnete: "Bei Steuergeldern nimmt man es da wohl nicht so genau mit Kostensteigerungen." Überdies vermisst Staudte die Kalkulation von Kosten für angekündigte Lärmschutzmaßnahmen.

Erschienen: 11.08.2009: AZ / TZ / Seite:1

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