A 39: Landesbehörde prüft immer noch etwaige Rastanlagen-Verschiebung

Schlauer im Herbst?

Angeblich soll im Bundeshaushalt kein Geld mehr für den Bau der A 39 bereitstehen, dann könnten sich die Autobahngegner beruhigt zurücklehnen. Foto: Archiv

Wittingen. Was macht eigentlich die A 39? Die Diskussion über die Autobahn von Wolfsburg nach Lüneburg scheint mangels echter Neuigkeiten noch ein wenig Sommerpause zu haben. Derweil versuchen die Gegner, das Momentum der Debatte hochzuhalten.

So meldet etwa die Regionalgruppe Ostheide des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) unter Bezug auf Äußerungen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, dass es im Haushalt des Bundes keine Gelder mehr für A 39, A 14 und B 190n geben dürfte. „Es gibt nahezu keinen Spielraum für neue Spatenstiche“, war Ramsauer kürzlich zitiert worden.

Wäre das wirklich das Aus der A 39-Planungen, dann könnten sich freilich die Autobahngegner beruhigt zurücklehnen – was sie allerdings kaum tun werden. Kommunalpolitikern in der Region empfiehlt der LBU jedenfalls, „den Bürgern und Wählern nun nicht länger den Bau der geplanten A 39, A 14 und B 190n zu versprechen“.

Derweil hat allerdings der sachsen-anhaltinische Verkehrsminister Thomas Webel deutlich gemacht, dass die A 14 tatsächlich gebaut wird. Ein erster Abschnitt bei Colbitz (südlich von Stendal) soll noch in diesem Jahr begonnen werden, und im ersten Halbjahr 2012 könnten weitere Abschnitte bei Stendal, Osterburg und Seehausen Baureife erlangen. Mit Klagen gegen das Projekt wird jedoch auch noch gerechnet.

In eine andere Richtung als der LBU zielt die BI Hohnstorf, die gegen einen A 39-Rastplatz im Uelzener Nordkreis kämpft. Diese Rastanlage, so mutmaßt die BI, könne vor allem als Lkw-Großparkplatz zur Entlastung des Hamburger Hafens gedacht sein.

Die dort parkenden Lastwagen könnten „just in time“ in den Hafen gerufen werden. Die BI beruft sich darauf, dass die Hafenbehörde akuten Parkplatzmangel bestätigt habe – und moniert, dass es offensichtlich nicht um das Wohl der Region, sondern andere Interessen gehe.

Der Lüneburger A 39-Chefplaner Dirk Möller kann diese Vermutungen nicht unterschreiben: Die ausgewiesenen Stellplätze entsprächen dem an der A 39 erwarteten Verkehrsaufkommen. Die Größe sei anhand vergleichbarer Referenzstrecken gewählt worden. Es sei zudem kein Geheimnis, dass die Stellplatzkapazität in Deutschland ohnehin zu gering ist.

Derweil gibt es noch immer keine endgültige Entscheidung über den Rastanlagen-Standort bei Wittingen. Wollerstorf ist Stand der Dinge, doch könnte sich noch ein südlicherer Standort ergeben, falls die Planer dem Vorschlag folgen, die Anlage im Kreis Uelzen nicht bei Hohnstorf, sondern nahe der Kreisstadt gebaut wird. Dann, so Möller, könnte die Wollerstorfer Anlage aufgrund der Abstandsregeln sogar südlich des Stadtgebietes ihren neuen Platz finden.

Der Uelzener Vorschlag wird von der Lüneburger Straßenbaubehörde derzeit geprüft. Mit einem Ergebnis rechnet Möller noch in diesem Jahr.

Auch Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder hat derzeit keine weiteren Nachrichten zur Autobahn vorliegen. Im Rathaus warte man gespannt auf den Herbst: Für Oktober/November – frühestens – sei mit einer öffentliche Informationsveranstaltung der Planer in Wittingen zu rechnen.

Von Holger Boden

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