„Norma“ eröffnet in Suhlendorf / Planungen für Discounter seit zehn Jahren in der Schublade

„Wir hatten es schon aufgegeben“

„Dafür brauchen wir nun nicht mehr nach Uelzen zu fahren“: Die Suhlendorfer haben seit gestern einen Lebensmittel-Discounter in ihrer Gemeinde. Fotos: Jansen

Suhlendorf. „Alle sind zufrieden“, betonte Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel bei der gestrigen Eröffnung des neuen „Norma“-Marktes in Suhlendorf. Auch der Rat der Gemeinde war fast vollständig vor Ort.

Die allseitige Zufriedenheit ist verständlich, war doch die Ansiedlung eines Discounters im Bereich Rotkuhlring bereits seit etwa 10 Jahren vorgesehen.

„Wir hatten es schon aufgegeben, einen für dieses Baugebiet ursprünglich geplanten Lebensmittelhandel einplanen zu können“, erzählt Weichsel. Bisherige Interessenten seien stets wieder abgesprungen, etwa weil sich in nicht allzu großer Entfernung bereits ein anderer Lebensmittel-Discounter angesiedelt hatte. Als aber dann die Anfrage eines Projektbüros kam, konnte Weichsel dem Projektmanager sagen: „Wir haben schon alles was Sie brauchen in der Schublade.“

Willkommen in der Gemeinde: Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel (rechts) und sein Stellvertreter Friedrich-Christoph Flasche überreichen Filialleiterin Barbara Niefindt und Bereichsleiter Jan Meißner einen Blumenstrauß.

Schon um 8 Uhr drängten sich gestern Morgen die Besucher am Eingang des neuen Discounters, wo sie von den Mitarbeitern mit einem feierlichen Eröffnungsprogramm begrüßt wurden. Bereits nach dem ersten Rundgang durch die breiten Verkaufsgänge im Markt diskutierten die Besucher bei Bratwurst und kühlen Getränken über Angebot und Preise. Schnell wurde klar, dass das neue Sortiment an der Nestauer Straße eine Lücke schließt: „Dafür brauchen wir nun nicht mehr nach Uelzen zu fahren“, zieht eine Wellendorfer Mutter zweier Kinder ihr erstes Fazit. Hervorgegangen ist der Lebensmittelhandel aus dem im Jahre 1921 in Fürth gegründeten Unternehmen von Georg Roth, schon vor über vier Jahrzehnten wurden die ersten Filialen in Süddeutschland eröffnet. Heute verfügt das bis vor zwei Jahren noch inhabergeführte Unternehmen über ein Netz von über 1300 Filialen, das sich über Deutschland, Frankreich, Tschechien und seit Frühjahr 2005 auch über Österreich erstreckt. Nach dem Tod des Inhabers wurde die Kette „Norma“ in eine Stiftung überführt, berichtet Expansionsleiter Hans-Peter Herdin. Das man sich ausgerechnet für den lange Zeit verwaisten Standort im Landkreis Uelzen interessierte, kann der Geschäftsmann plausibel begründen: Man suche für seine Verbreitung in Norddeutschland Standorte mit einer Zentrumsfunktion – so, wie man sie in Suhlendorf auf Anhieb vorgefunden habe.

Zehn Arbeitsplätze, „Vollzeit und Teilzeit“, bestätigt Verkaufsleiter Robby Lehmann, wurden so vor Ort geschaffen. Ebenfalls neu auf dem Suhlendorfer Gelände ist eine Bäckerei. Zwischen deren Verkaufsräumen und dem Norma-Gebäude ist außerdem Platz für ein weiteres Geschäft: Eine Fleischerei wird für diese Fläche bereits gesucht.

Von Angelika Jansen

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