Carolin Miesner hat in Hohenzethen hat einen Pflanzenlehrpfad mit Namensschildern angelegt

Wegweiser zu Sauerampfer und Co.

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Im Wegeseitenraum des Radwegs an der B 191 in Hohenzethen hat Carolin Miesner etwa 35 Hinweisschilder mit Pflanzennamen aufgestellt. Damit will die 20-Jährige darauf aufmerksam machen, wie wichtig die blühenden Streifen für Insekten sind.

Hohenzethen. Für den nicht geschulten Beobachter sind es nur undefinierbare Büschel. Doch Carolin Miesner hat einen ganz anderen Blick auf die Pflanzen, die am Rand des Radwegs entlang der B 191 in Hohenzethen wachsen.

Sie heißen zum Beispiel Rainfarn, Gewöhnliche Schafgarbe, Hasenklee, Sauerampfer, Spitzwegerich oder Wiesenkerbel. Um Radfahrer und Spaziergänger auf die Vielfalt im Wegeseitenraum aufmerksam zu machen, hat die 20-Jährige jetzt etwa 35 Hinweisschilder mit Pflanzennamen gebastelt und vor Ort aufgestellt.

Mit dem 400 Meter langen Pflanzenlehrpfad verbindet Carolin Miesner ein Anliegen: „Ich möchte, dass man die Wegeseitenräume besser schützt. Sie sind sehr wichtig als Nahrungsquelle und Unterschlupf für Insekten.“ Deshalb hofft die junge Frau auch, dass die Pflanzen an den Feldrändern noch möglichst lange wachsen dürfen und von den Landwirten nicht gemäht werden.

Die Namensschilder hat die Hohenzethenerin aus Sperrholz hergestellt. „Ich habe sie mit einer Säge zurechtgeschnitten, mit einem schwarzen Filzstift beschriftet und danach mit Öl imprägniert, damit sie vor Regen geschützt sind“, erklärt sie. Zum Schluss befestigte sie jedes Schild mit einer Schraube an einem Holzpflock und bohrte diesen in die Erde. „Das war manchmal gar nicht so leicht, weil der Boden wegen der Trockenheit sehr hart war. Aber zum Glück gibt es ja Maulwurfshügel“, erzählt sie schmunzelnd.

Die Idee zu dem Lehrpfad kam Carolin Miesner während einer Radtour in Varendorf, wo es schon Hinweisschilder für Pflanzen gibt. So etwas wollte sie auch in Hohenzethen haben. Ihr Interesse an der Natur kommt nicht von ungefähr. Schon als Kind war sie sehr an Pflanzen interessiert, hatte in der Schule Biologie als Leistungskurs und gehört inzwischen der Grünen Jugend Uelzen an.

Mit Hilfe eines Pflanzenbuches identifizierte sie die Gewächse am Rand des Radwegs. „Am schönsten finde ich den Hasenklee“, sagt sie und zeigt auf die hübschen hellrosa Blüten. „Er ist so schön flauschig und verbreitet viel Farbe.“ Aber auch von der zart violetten Moschus-Malve und vom gelb blühenden Gewöhnlichen Hornklee ist sie angetan.

Es sei gar nicht so einfach, die verschiedenen Bärenklau-Arten auseinander zu halten. Doch es gebe einen Trick: „Man kann sie am Geruch unterscheiden. Einige riechen nach Petersilie, wenn man sie zerreibt.“ Nur eine blaue Blume, die an mehreren Stellen des Wegeseitenraums wächst, stellt sie vor ein Rätsel. „Dafür kommen drei verschiedene Pflanzen in Frage. Ich muss da noch mal genauer nachsehen“, meint Carolin Miesner und blättert in ihrem Buch.

Biologin möchte sie übrigens nicht werden. Zurzeit absolviert sie in der ambulanten Praxis der Veerßer Klinik eine Ausbildung zur Arzthelferin. „Mein Berufswunsch ist Ärztin“, verrät sie. Denn auch die moderne Medizin verwendet schließlich viele Pflanzen.

Von Bernd Schossadowski

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