Warmes Wasser durch Biogas

In diesem Sommer kommt die Wärme noch nicht von der neuen Biogasanlage am Ortsrand von Rosche. Im nächsten Sommer ist die Anlage dann am Netz. Archivfoto: Ph. Schulze 

Rosche. Fast 3000 Meter Erdgasleitungen werden noch in diesem Jahr in Rosche verlegt. Die Saatbau Stoetze plant mit rund 50 Landwirten den Bau einer Biomethananlage bei Rosche. Dort soll dann Biogas produziert und in einem zweiten Schritt veredelt werden, so dass es in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden kann. Durch die Einspeisung in das Erdgasnetz ist die Energieausnutzung wesentlich besser als in einer normalen Biogasanlage mit Verstromung und fehlender Wärmenutzung vor Ort. So kann die Energie durch bereits vorhandene Leitungen dorthin transportiert werden, wo sie auch gebraucht wird.

Der Roscher Samtgemeinderat stimmte ohne Gegenstimme für die Errichtung eines Blockheizkraftwerks hinter dem Schwimmbadgelände. Für das Netz und die Anlage muss die Samtgemeinde circa 1 Million Euro investieren. Beheizt werden sollen das Schwimmbad, die Schulen, die Sporthalle, die Feuerwehr und das Sportler- und Tennisheim. „Das Gas, das wir kaufen, wird verstromt und mit dem Strom ein Motor angetrieben“, erklärt Rosches Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann.

Genutzt wird die Abwärme des Motors und des Abgases. Am Montag wurde vom Samtgemeinderat einstimmig beschlossen, dass Blockheizkraftwerk aufzustellen.

Im Gegensatz zu den in der Region bisher am häufigsten gebauten Anlagen mit einer elektrischen Leistung um 500 Kilowatt wird die geplante Zwei-Megawatt-Anlage viermal soviel Strom und Wärme erzeugen. Für Verwaltungschef Rätzmann geht es nun in erster Linie darum, möglichst viele Fördermöglichkeiten abzufragen.

Die Inbetriebnahme für die Biosgasanlage ist noch in diesem Jahr geplant. Rätzmann rechnet mit Anfang Dezember. „Im nächsten Jahr kommt dann die Wärme für das Sommerbad aus dem Biogas“, blickt der Samtgemeindebürgermeister in die Zukunft. Derzeit läuft bei der Gewerbeaufsicht in Lüneburg das Genehmigungsverfahren für die Anlage. Die Bauleitplanung wurde bereits vom Landkreis Uelzen genehmigt. „Es gab zwar vereinzelte Nachfragen, aber keine Kritikpunkte“, schildert der Verwaltungschef.

Von Jörn Nolting

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