Marion Kindermann öffnet zum Auftakt der „offenen Gärten“ ihr grünes Reich in Schwemlitz

Therapie mit Schere und Gießkanne

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Das grüne Wohnzimmer der Kindermanns. „Wenn ich von der Arbeit komme und mit Schere und Gießkanne in den Garten gehe, ist das Therapie“, sagt die Hobbygärtnerin.

Schwemlitz. Kartoffeläcker Spargel, trockene Kiefern: Sand ist reichlich vorhanden im Osten des Kreises Uelzen.

Dennoch ist in Schwemlitz auf 2800 Quadratmetern ein grünendes und blühendes Gartenparadies entstanden, das Besitzerin Marion Kindermann zum Auftakt der „offenen Gärten“ des Jahres am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr öffnet.

Beim Gang durch ihr Gartenreich zupft Marion Kindermann schnell noch ein paar Quecken heraus.

Ein Gartenstuhl spiegelt sich im dunklen Grün des Gartenteichs, in den ein kleiner Wasserlauf plätschert. Im Häuschen am Steg hat die Hobbygärtnerin Fotos aufgehängt. Eines zeigt das elterliche Grundstück vor der Umgestaltung. Wo jetzt der Blick durch das Gartenreich schweift und hier an einem Gartenhäuschen, dort an einem blühenden Baum hängen bleibt, befand sich der große Spargel- und Gemüsegarten der Eltern. Die Hochzeitsreise 1988 war der Anstoß: „Ich wollte auch einen Central Park“, erzählt die 52-Jährige Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Kindern.

Die alten Draht-Kartoffelkörbe hat die gelernte Dekorateurin wieder hervorgeholt. Gefüllt mit gestreiften Steinen, die sie bei Spaziergängen sammelt, stehen sie auf den Stümpfen gefällter Bäume. Denn der Garten verändert ständig sein Gesicht.

„Hier will ich einen Wall aufschütten, dieser Busch muss weg“, berichtet die Hobbygärtnerin. Den Rasen mähen „ihre Männer“, ansonsten ist sich Marion Kindermann für schweißtreibende Arbeiten nicht zu schade. Sogar den schmalen Weg unter der mit violetten Blüten behangenen Pergola hat sie gepflastert.

„Die Arbeit im Garten ist für mich Hobby und Entspannung“, sagt die Hobbygärtnerin. „Wenn ich von der Arbeit komme und mit Schere und Gießkanne in den Garten gehe, ist das Therapie.“ Die Erholung kommt dabei nicht zu kurz. In lauschigen Ecken hat sie Sitzplätze angelegt: Hier ein paar Steinbänke im Schatten, da ein paar Caféstühle am Gartenhaus, dort das rustikale Rund um die Feuerstelle.

Dass es so grün ist, erreicht Marion Kindermann durch Mulchen mit Laub, Rasenschnitt und Kompost. Nur die geschwungenen Rasenkanten sind gehackt. Der Garten unterhält sich aus sich selbst. Pflanzen kauft die Gärtnerin kaum noch: „Ich lasse wachsen, was hier wachsen will.“

Von Gerhard Sternitzke

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