Uelzenerin kümmert sich in Borg um herrenlose Tiere – und wird angefeindet

Wer sind die Katzenhasser?

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Unbekannte Täter haben in Borg diese Styroporboxen, die Katzen als Schlafplätze dienten, mutwillig zerstört. Den Verursachern sind die Tiere im Ort offenbar ein Dorn im Auge.

Borg. Die anonymen Briefe und die Drohanrufe mit verstellter Stimme hat Erika Herkt-Skupin noch klaglos hingenommen. Jetzt aber ist das Maß für die Tierfreundin voll. Seit vier Jahren kümmert sich die Uelzenerin um herrenlose Katzen in Borg.

Doch nun haben Unbekannte dort zum wiederholten Mal Fressnäpfe der Tiere zerstört, Futter gestohlen und zwei Styroporboxen, die den Katzen als Schlafplätze dienten, zertrümmert. „Es gibt da richtige Katzenhasser“, sagt Herkt-Skupin empört. Sie hat jetzt bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet. Zeugen werden gebeten, sich bei den Beamten unter (0 58 03) 6 91 zu melden.

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Im Oktober 2010 hat Herkt-Skupin im Auftrag des Uelzener Tierheims begonnen, freilebende, vernachlässigte Katzen in Borg zu fangen und zu kastrieren. Denn in dem Ort herrschte damals eine regelrechte Katzenschwemme. „Jede von mir gefangene und kastrierte Katze wird gelistet, fotografiert und tätowiert, ist also wiedererkennbar“, berichtet die ehrenamtliche Katzenfängerin.

Seitdem hat sich die Situation im Dorf deutlich entspannt: Von den einst 54 unkastrierten Katzen leben dort inzwischen nur noch 14 kastrierte, aber unvermittelbare. Die übrigen 40 wurden über das Tierheim gesund gepflegt und vermittelt. „Das war ein erheblicher finanzieller und personeller Kraftakt, den man nicht unterschätzen sollte“, erklärt Herkt-Skupin. Die Reaktion einiger weniger Bürger sei daher völlig unverständlich und enttäuschend.

Denn der Einsatz der Uelzenerin, die die herrenlosen Katzen zweimal pro Woche auf einem Privatgrundstück und in einem Stall füttert, wird immer wieder sabotiert. Vor allem die Zerstörung der Schlafboxen machen Herkt-Skupin wütend. „Die waren auf einem Regal in 1,50 Meter Höhe festgekeilt und können nicht einfach zu Boden gefallen sein. Sie wurden runtergerissen und eingetreten“, schildert sie. Eine weitere Box sei im April zerstört worden.

Dabei will Herkt-Skupin einfach nur, dass die Katzen gut über den Winter kommen. Durch die Fütterung lasse sich auch kontrollieren, dass sich der Bestand nicht weiter vermehrt. „Denn nur wenn wir eine zentrale Futterstelle haben, können wir sofort eingreifen, wenn ein neues Tier hinzukommt.“

Doch dieses Engagement betrachten einige Bewohner von Borg offenbar als Affront. Sie fordern Herkt-Skupin auf, die Tiere entweder zu beseitigen oder ins Uelzener Tierheim zu bringen. Dieses ist jedoch inzwischen mit Katzen überfüllt. Andererseits gebe es in Borg auch viele Bürger, die sich liebevoll um Katzen kümmern, betont Herkt-Skupin. Das Allerwichtigste ist aus ihrer Sicht, dass die Tiere kastriert werden. „Nur so kann man den Bestand in Grenzen halten.“

Von Bernd Schossadowski

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