Walter Schulz reinigt Verkehrszeichen und Hinweistafeln im Auftrag der Samtgemeinde Rosche

Der Schilderputzer von Stoetze

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Erst mit Spülmittel, danach mit Waschpulver, zum Schluss mit einem feuchten Lappen: So reinigt Walter Schulz Schilder in der Gemeinde Stoetze, unter anderem im Ort Nievelitz.

Stoetze. Zuerst erfolgt die Vorwäsche mit Spülmittel aus der Gartenspritze. Das entfernt schon mal den gröbsten Schmutz vom Ortsausgangsschild von Nievelitz. Danach kommt in Wasser gelöstes Waschpulver zum Einsatz.

Mit einem Schrubber fährt Walter Schulz über das Schild und schon nach wenigen Sekunden ist der grünliche Belag ab. Zum Schluss wird noch einmal mit einem feuchten Lappen darüber gewischt – und das orange-gelbe Schild glänzt wieder wie neu. „Für die nächsten fünf Jahre wird das erst mal reichen“, erklärt Schulz sichtlich zufrieden.

Der Roscher hat einen Spezialauftrag: Er reinigt zurzeit im Auftrag der Samtgemeinde die Schilder in den Ortschaften der Gemeinde Stoetze. Damit entlastet er den Bauhof, der sich aus personellen Gründen nicht um die Unterhaltung aller Schilder im Gemeindegebiet kümmern kann. Im Gegenzug erhält der 68-Jährige eine Aufwandsentschädigung als Geringverdiener, sagt Rosches Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann.

Die Idee zu der Reinigungsaktion, die in diesem Frühjahr begonnen hat, stammt von Stoetzes Gemeindebürgermeister Heinz Schulze. „Wir wollten unbürokratisch und schnell Abhilfe schaffen“, sagt er. Denn schon seit einiger Zeit hatten Bürger geklagt, dass viele Verkehrs-, Straßen-, Hinweis-, Bushaltestellen- und Hydrantenschilder in den Dörfern verschmutzt sind. „Das ist überwiegend Algenbewuchs, der sich mit der Zeit abgesetzt hat. Mit Wasser und Waschpulver lässt sich der am leichtesten lösen“, hat Schulz festgestellt. 80 bis 100 Schilder habe er in den vergangenen Wochen gereinigt, schätzt er. „Jeden Tag war ich zwei bis drei Stunden im Einsatz.“

Auch um schiefe, mutwillig verdrehte oder beschädigte Schilder kümmert sich der ehemalige Chef eines Roscher Baugeschäfts. Wurden Schilder zum Beispiel von landwirtschaftlichen Fahrzeugen angefahren, stellt Schulz sie wieder gerade hin und befestigt sie mit Holzkeilen im Boden. In manchen Orten sind die Schilder auch zugewachsen und nicht mehr erkennbar. Dort schneidet Schulz das Grün zurück. „In Törwe war ein Schild komplett in eine Hecke eingewachsen“, erzählt er. Sind Schilder kaputt oder ist die Schrift verblasst, meldet er das dem Bauhof. Dann werden diese Schilder erneuert.

Für den Ruheständler ist das keine ungewohnte Tätigkeit. Schon seit zwei Jahren erledigt er Gemeindearbeiten, für die dem Bauhof die Zeit fehlt. So sammelt Schulz unter anderem jeden Morgen den Müll im Roscher Freibad ein und pflegt dort die Außenanlagen, mäht den Rasen am Friedhof in Stoetze und an der Kapelle in Süttorf. Außerdem hat er das Kriegerdenkmal in Hohenzethen neu ausgefugt. „Das ist eine ganz große Hilfe“, lobt Verwaltungschef Rätzmann diesen Einsatz und die jetzige Reinigungsaktion.

Von Bernd Schossadowski

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