Gemeinde und CJD starten Jugendbüro als Alternative

Im Schatten der Ganztagsschule: Roscher Kindertreff kaum noch besucht

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Der Roscher Kinder- und Jugendtreff wird während der Woche nur noch selten besucht. Dagegen boomt die Ferienbetreuung schon seit Jahren.

Rosche. Es sind die Schattenseiten des Ganztagsschulbetriebs: Wenn die Schüler nachmittags nach Hause kommen, sind sie oft müde und haben keine Lust mehr, Freizeitangebote wahrzunehmen. Leere Jugendzentren sind häufig die Folge.

Der Roscher Kinder- und Jugendtreff wird während der Woche nur noch selten besucht. Dagegen boomt die Ferienbetreuung schon seit Jahren.

Die Gemeinde Rosche reagiert nun auf diese Entwicklung und stellt gemeinsam mit dem CJD Göddenstedt ihre offene Kinder- und Jugendarbeit auf neue Beine. Die Vereinbarung dazu hat der Roscher Gemeinderat am Montagabend einstimmig verabschiedet. Und das sieht der zunächst auf drei Jahre – bis zum 31. Dezember 2018 – befristete Vertrag vor: Das CJD Göddenstedt wird seinen zuletzt nur noch wenig besuchten Kinder- und Jugendtreff an der Bevensener Straße in Rosche demnächst schließen und stattdessen im ehemaligen Schlecker-Markt an der Lüchower Straße ein Jugendbüro einrichten. Dieses wird einmal wöchentlich am späten Nachmittag für drei Stunden öffnen.

Eine wichtige Aufgabe des neuen Jugendbüros ist die Vernetzung weiterer Angebote für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde, zum Beispiel mit Vereinen und Feuerwehren. Außerdem sollen die jungen Besucher angeregt werden, sich ehrenamtlich zu engagieren und das örtliche Angebot zu erweitern. Auch als Anlauf- und Beratungsstelle soll das Büro dienen.

Zugleich wird der CJD die Personalstunden so bündeln, dass dadurch eine längere Betreuung während der Kinderferienwochen erreicht wird. Diese finden im Gemeindehaus der Roscher St.-Johannis-Kirche statt. Speziell dieses Angebot, aber auch die Sommerlager für Jugendliche, erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit und sollen unbedingt fortgesetzt werden.

„Durch die Umverteilung der Personalstunden werden wir eine Qualitätssteigerung erreichen“, ist Ruth Andrick, Fachbereichsleiterin beim CJD, überzeugt. „Damit können wir die Betreuung in den Kinderferienwochen von drei auf fünf Wochen verlängern. Zudem haben wir nun die Möglichkeit, jugendliche Ehrenamtliche mit Honorar zu versehen. Das ist ein echter Gewinn“, freut sich Andrick.

Die Gemeinde Rosche erstattet dem CJD für dessen Arbeit künftig rund 20 000 Euro pro Jahr. Das entspricht in etwa der Summe, die die Kommune bislang für den Kinder- und Jugentreff zur Verfügung gestellt hat.

Für Ratsherr Cord Schulze (CDU) ist die jetzt getroffene Vereinbarung absolut sinnvoll. „Wir haben eine Super-Lösung für alle Seiten gefunden“, meint er. Dem pflichtet Marc Westedt (SPD) bei. „Das ist ein Neustart“, sagt er. „Wir hoffen, dass wir die Kinder- und Jugendarbeit damit beleben können.“

Von Bernd Schossadowski

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