Zu wenige Querungen: Straßenmeisterei entfernt Fußgängerüberweg auf der Bevenser Straße

Roscher vermissen Zebrastreifen

+
Nur die Umrisse sind noch zu erkennen: Statt einer nötigen Sanierung wurde der Zebrastreifen auf der Bevenser Straße in Rosche entfernt. Zählungen haben ergeben, dass er zu selten genutzt wird.

Rosche. Auf der Bevenser Straße in Rosche gibt es keinen Zebrastreifen mehr. Einige der Anwohner sind enttäuscht darüber, denn der Verkehr auf der Landesstraße 254 rast nach ihren Beobachtungen in den Ort hinein.

Kein Wunder, denn schließlich verführt die lange, gut einsehbare Gerade dazu, aufs Gaspedal zu treten – in beide Richtungen.

„Der Fußweg ist Sache des Landes“, erklärt Rosches Gemeindedirektor Rolf Musik. Und das Land hat in Gestalt der Straßenmeisterei Uelzen überprüft, ob der Fußgängerüberweg notwendig sei oder eben nicht. Grund war die Tatsache, dass der Zebrastreifen hätte erneuert werden müssen. „Wir überprüfen derzeit alle Fußgängerüberwege“, schildert Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der Straßenmeisterei Uelzen. Wird er selten genutzt, dann wird der Zebrastreifen auch nicht erneuert. Als Maßstab gilt: 100 kreuzende Fußgänger pro Stunde. Rosche hat es nun zuerst getroffen, weil der Zebrastreifen hätte saniert werden müssen. 100 Fußgänger wurden nicht festgestellt, der Übergang kam weg.

„Wir würden es schöner finden, wenn der Zebrastreifen wieder da wäre“, sagt Ingelore Weißenborn, Leiterin des Alten- und Pflegeheims an der Roscher Lönsstraße, weil die mobilen Bewohner viel zu Fuß unterwegs seien.

Auch die Polizei wurde von der Straßenverkehrsbeghörde befragt, ob der Überweg denn notwendig sei. Polizeihauptkommissar Andreas Dobslaw, Geschäftsführer der Unfallkommission, ist der Meinung, dass die Querungszahlen und die Verkehrsbelastung nicht hoch genug sind. „Da kommt man sehr wohl sicher rüber“, ist er überzeugt. Auch von Seiten der Gemeinde Rosche kam kein Widerspruch. Da weder Polizei noch die Gemeinde eine Notwendigkeit gesehen haben, wurde der Zebrastreifen kurzerhand entfernt. „Unfälle hat es dort nie gegeben“, betont Dobslaw. Rosches Gemeindedirektor Rolf Musik spricht von einer „trügerischen Sicherheit“, die Fußgänger hätten, wenn sie den Fußgängerüberweg benutzen. Das sieht auch Dobslaw so: „Wir bauen keine Zebrastreifen, die selten benutzt werden, nur um die Geschwindigkeit der Autofahrer zu reduzieren.“

„Um dafür zu sorgen, dass die Autofahrer langsamer in den Ort fahren, empfiehlt die Polizei eine Querungshilfe“, sagt der Roscher Ratsherr Jürgen-Peter Hallier (SPD). Er meint damit bauliche Lösungen wie beispielsweise Verschwenkungen der Fahrbahn. Diese müsste allerdings die Gemeinde aus eigener Tasche finanzieren. Doch der Sozialdemokrat betont, dass das Thema Zebrastreifen „nicht in der Versenkung verschwinden wird“.

Kommentare