„Start frei“ bei minus 18 Grad / Gemeinschaft zählt 16 Mitglieder

Roscher Kühlhaus nimmt nach Renovierung den Betrieb auf

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Gerhard Schulze freut sich: Das Roscher Kühlhaus ist gerettet. Eine Gruppe Bürger hat das 62 Jahre alte Gebäude renoviert, um es weiter zu betreiben. Die hölzernen Gefrierfächer wurden wieder aufgebaut, zudem gibt es ein neues Kältegebläse.

Rosche. Auf satte minus 18 Grad kühlt das Gebläse die Kältekammer herunter. An einigen Stellen haben sich Eisplatten auf dem Betonboden gebildet. Es ist ein ungemütlicher Ort – und doch einer, über den sich eine Gruppe Roscher Bürger freut.

Denn ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass das alte Kühlhaus im Ort weiterbetrieben wird. Und das mit Erfolg.

Eigentlich sollte das 1954 errichtete, sanierungsbedürftige Gebäude an der Bodenteicher Straße zum 31. Oktober 2015 aufgegeben werden. Doch damit wollte sich die 16 Mitstreiter zählende Kühlhaus-Gemeinschaft nicht abfinden. Sie renovierte das Gebäude, installierte ein neues Kältegebläse, reinigte die hölzernen Kühlregale und baute sie wieder auf. Noch sind die Gefrierfächer leer, aber schon bald sollen die Mitglieder der Gemeinschaft dort ihre Lebensmittel einlagern können.

„Wir sind sehr froh, dass wir es geschafft haben, das Kühlhaus am Leben zu erhalten“, sagt Gerhard Schulze, der die Federführung für das Projekt übernommen hat. „Optimal wäre, wenn wir noch zwei bis drei weitere Mitstreiter dazugewinnen könnten.“ Interessierte können sich bei ihm unter Telefon (0 58 03) 3 59 melden.

Finanziert wurde der Umbau des Kühlhauses durch eine einmaligen Einlage von 200 Euro, die jedes Mitglied der Gemeinschaft entrichtete. Hinzu kommt ein Jahresbeitrag von 60 Euro pro Person. Jeder hat einen eigenen Schlüssel für das Kühlhaus bekommen und kann dort ab sofort etwas einlagern. Schulze will sein Gefrierfach demnächst mit Obst, Gemüse und Fleisch bestücken. Auch die Freiwillige Feuerwehr Rosche-Prielip ist Anteilseigner der Gemeinschaft. Sie feiert bald mit vielen Gästen ihr 130-jähriges Bestehen und wird im Vorfeld des Fests ihre Speisen im Kühlhaus einfrieren.

Das sei auch der Vorteil dieses Gebäudes. „Wenn die eigene Gefriertruhe voll ist, kann man hier seine Vorräte einlagern“, erklärt Schulze. Das Ziel der Gemeinschaft sei, günstiger als die eigene, heimische Gefriertruhe zu sein. „Energiemäßig sind wir, dank des neuen Gebläses, jetzt schon günstiger“, freut er sich. Die Anlage sei auf einem solchen Stand, „dass sie über Jahre laufen kann“. Schulzes Fazit fällt daher positiv aus: „Es war eine völlig richtige Entscheidung, das Kühlhaus weiter zu betreiben.“

Nun will die Gemeinschaft noch versuchen, die Außenwand des Kühlhauses als Werbefläche zu vermieten. Verhandlungen dazu laufen gerade. Damit könnten zusätzliche Einnahmen erzielt werden, meint Schulze und fügt augenzwinkernd hinzu: „Das hätte noch einen zweiten Effekt: Eine große Plakatwand auf der Südseite wäre eine gute Isolierung.“

Von Bernd Schossadowski

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