Zweiter Anlauf in Rosche: Teilstück der frisch sanierten Ortsdurchfahrt erhält neue Deckschicht

Radikalkur für die Huckelpiste

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Auf den ersten Blick wirkt die Asphaltdecke eben. Doch bei der Fahrt über die frisch sanierte Bundesstraße 493 in Rosche treten die Probleme zutage: Die Fahrbahn ist holprig, die Kanten an den Gossen zu hoch. Das soll demnächst behoben werden.

Rosche. Pkw-Anhänger, die auf der holprigen Straße hochspringen. Ältere Menschen, die sich wegen des Zustands der Fahrbahn nicht trauen, dort zu radeln. Und Fußgänger, die über die Bauausführung nur den Kopf schütteln können.

Dieses Bild bietet die Ortsdurchfahrt in Rosche. Der Unmut im Ort ist groß über die baulichen Probleme im Zusammenhang mit der frisch sanierten Bundesstraße 493.

„Das ist eine Huckelpiste. So was geht überhaupt nicht. Da war die Straße vorher ja besser“, kritisiert Bürgermeister Michael Widdecke. Er sorgt sich nicht nur um die Verkehrssicherheit, sondern auch um das Erscheinungsbild von Rosche. „Auf so einer Straße bekommt man einen schlechten Eindruck vom Ort“, sagt er. Seine Forderung an die verantwortliche Baufirma: „Das muss so schnell wie möglich behoben werden.“

Gesa Schütte, Fachbereichsleiterin bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg, will nicht von Mängeln sprechen, sondern von Nachbesserungsbedarf. Doch dieser ist offenbar so groß, dass sich die Behörde und die Baufirma jetzt auf eine Radikalkur verständigt haben: Die erst vor Kurzem für rund 279 000 Euro sanierte Ortsdurchfahrt soll auf einem etwa 700 Meter langen Teilstück abgefräst werden. Dort wird die Asphaltdecke erneuert, um die Unebenheiten, zum Beispiel an den Nähten der Fahrbahn, und die zu hohen Kanten an den Gossen zu beseitigen. Dieser Abschnitt reicht etwa von der Einmündung der Lutherstraße in die B 493 bis zur Kreuzung von Mühlenstraße und Maschweg.

Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November ausgeführt, sagt die Fachbereichsleiterin. „Eventuell an einem Sonnabend und Sonntag oder an zwei aufeinander folgenden Wochenenden sonntags.“ Noch sei unklar, ob dieser Bereich dann teilweise oder vollständig gesperrt werde. Das Konzept werde noch mit dem Landkreis besprochen.

Schütte gibt zu: „Es ist den Verkehrsteilnehmern nicht zuzumuten, die Fahrbahn so zu belassen.“ Eindeutige Mängel habe die Baufirma bereits behoben. So seien die zuvor überasphaltierten Schachtdeckel, Straßeneinläufe und Hydrantendeckel wieder freigelegt worden. Nun müsse noch die Ebenflächigkeit der Straße hergestellt werden.

Doch wie ist es überhaupt zu den Problemen gekommen? „Die Gossen sind durch die Jahre uneben geworden. Man kann das mit der Asphaltdecke ausgleichen, doch das ist ein bisschen schief gegangen“, gibt Schütte zu. Wie teuer die Nachbesserung wird, stehe noch nicht fest. Die Behörde und die Firma würden sich die Kosten teilen. Der Grund: „Es handelt sich hier um mangelhaften Fahrkomfort. Dieser ist vertraglich gesehen nicht unbedingt ein Mangel, der zu Lasten der Baufirma behoben werden muss.“

Von Bernd Schossadowski

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