Polizei blitzt Autofahrer mit 183 km/h bei Groß Ellenberg / Massive Kontrollen

Trauriger Tempo-Rekord

Groß Ellenberg. Andreas Dobslaw fehlen beinahe die Worte. „Es ist mehr als bedenklich, dass wir solche Werte messen“, sagt der Verkehrsexperte der Polizei Uelzen. Bei der jüngsten Radarkontrolle nämlich auf der Bundesstraße 71 bei Groß Ellenberg wurde der traurige Rekord von 183 km/h statt der erlaubten 100 km/h festgehalten.

„Der Fahrer wird jetzt längere Zeit zu Fuß gehen dürfen“, so Dobslaw kopfschüttelnd.

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Auf der B 71 fährt der Tod mit

Geschwindigkeitsüberschreitungen dieser Größenordnung wie vom vergangenen Freitag findet der Beamte längst nicht mehr nur unvernünftig, sondern unverantwortlich. Auch die weiteren Zahlen der Messung stimmen Andreas Dobslaw nachdenklich: In der Zeit von 10.30 bis 22.30 Uhr waren bei Groß Ellenberg 84 Fahrzeuge zu schnell unterwegs. Gegen die Fahrer wurden Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. 53 müssen mit einem Verwarngeld, 28 mit einem Bußgeld rechnen. Dem mit 183 km/h „Geblitzten“ droht ein mehrmonatiges Fahrverbot und ein empfindliches Bußgeld. Für die Polizei Uelzen sind die Ergebnisse klarer Anlass dafür, am Ball zu bleiben. „Wir werden an dieser Stelle massiv weiterkontrollieren“, kündigt Andreas Dobslaw an. Nicht zuletzt, weil es sich bei diesem Streckenabschnitt der B 71 um einen neuralgischen Punkt handelt: Seit 2008 sind im Abschnitt Uelzen bis zur Landesgrenze Sachsen-Anhalt, die von vielen Pendlern aus beiden Richtungen genutzt wird, acht Verkehrsteilnehmer zu Tode gekommen. Allein vier davon seien im Bereich Groß Ellenberg verunglückt.

Schwerer Lkw-Unfall auf B 71 in 2009

Diese rund 30 Kilometer lange Strecke sei „ein relativ kurzes Stück“, ordnet der Verkehrsexperte die Zahlen ein. Zum Vergleich: Auf den etwa 65 Kilometern der B 216 zwischen Lüneburg und Dannenberg sind im gleichen Zeitraum elf Verkehrstote zu beklagen gewesen, vier davon kamen 2010 bei einem Unfall ums Leben. Auf der Bundesstraße 4, mit einem viel höheren Verkehrsaufkommen, seien seit 2008 neun tödliche Verkehrsunfälle zu verzeichnen gewesen.

Für Andreas Dobslaw steht fest: „Die Bundesstraße 71 zwischen Uelzen und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt ist die Problemstrecke schlechthin.“ Die Konsequenzen sind nur allzu logisch für den Verkehrsexperten: Die Unfallkommission des Landkreises Uelzen wird sich in Kürze mit dem Problem befassen und gegebenenfalls ein Maßnahmenpaket daraus ableiten, das auch bauliche Veränderungen beinhalten könnte.

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„Wir sind da dran“, versichert Dobslaw, „aber bis es eine Entscheidung gibt, werden wir ganz massiv auf dieser Strecke weitermessen.“ Und dabei gehe es den Beamten nicht um diejenigen, „die aus Versehen mal 10 km/h zu schnell fahren“, sagt der Verkehrsexperte, „sondern um solche, die unverantwortlich und unvernünftig unterwegs sind.“ Wie den Fahrer, der am Freitag mit 183 Stundenkilometer über die B 71 gerast ist. „Und das ist einer, den wir erfasst haben“, gibt Dobslaw zu bedenken. Wie viele es gibt, die noch schneller unterwegs sind, mag er sich gar nicht ausmalen. – Gerast wird allerdings auch in Steddorf.

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Von Ines Bräutigam

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