Ärztlicher Bereitschaftsdienst wird zentralisiert / Bevenser Touristiker besorgt

Odyssee für kranke Gäste?

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Bad Bevensen/Landkreis. Mit ihrem Umzug von der Bahnhofstraße in neue Räume an der Ripdorfer Straße (AZ berichtete) wird es für die Uelzener Bereitschaftsdienst-Praxis ab Januar 2012 eine weitere Neuerung geben:

Von dieser zentralen Anlaufstelle aus wird dann auch die Versorgung des nördlichen Landkreises übernommen – bislang war der Bereitschaftsdienst in den Bereichen Bevensen und Bienenbüttel von den dortigen Ärzten in Eigenregie organisiert worden.

Eigenregie organisiert worden. Eine Entwicklung, die zumindest Uwe Winter mit Sorge sieht: „Aus touristischer Sicht ist das fatal“, sagt der Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH. Schließlich dürfe man für die Kurstadt nicht nur die notdienstliche Versorgung der knapp 9000 Einwohner betrachten, sondern müsse auch die rund 45 000 Urlauber pro Jahr berücksichtigen.

Für die, so Winter, sei es eine Zumutung, wenn man ihnen mangels Bereitschaftsdienst in Bad Bevensen eine Fahrt nach Uelzen zumuten müsse. Weil zum Beispiel die Medikamente zu Hause vergessen worden seien und dringend ein Rezept her müsse.

Für Holger Schmidt, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Uelzen, ist das neue Konzept derweil „günstiger für alle Beteiligten“. Zum einen wirtschaftlich gesehen. Zum anderen aber auch, weil man somit dem derzeit viel beklagten Landarzt-Mangel entgegensteuere. In den kleineren Orten nämlich seien die Hausärzte, sozusagen als Einzelkämpfer, bislang gezwungen gewesen, öfter Bereitschaftsdienst zu schieben als solche in größeren Orten, die sich mit Kollegen abwechseln können. Der Beruf des Landarztes, so Schmidt, werde jetzt attraktiver. Denn die zentrale Bereitschaftspraxis in Uelzen ermögliche einen rotierenden Dienst von insgesamt rund 120 Ärzten. Auf jeden Einzelnen würden künftig statt bislang etwa 25 Bereitschaftsdiensten pro Jahr nunmehr noch nicht einmal fünf Einsätze jährlich zukommen, prognostiziert Holger Schmidt.

Allerdings sehen nicht nur die Tourismus-Verantwortlichen Bad Bevensens die bevor stehende Regelung skeptisch, sondern auch so mancher Mediziner.

Von Ines Mitzlaff 

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