„Notfalls vor Gericht“

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Gemeinsam für den Erhalt der Bahnstrecke: Auch Simone Stolzenbach (vorne links) vom Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn will eine Entwidmung der Strecke zwischen Uelzen und Dannenberg verhindern.

Oetzen/Landkreis. Nicht nur die Stadt Uelzen will Widerspruch beim Eisenbahnbundesamt einlegen (die AZ berichtete), auch der Verkehrsclub Deutschland und der Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn setzen sich dafür ein, die Bahnstrecke zwischen Uelzen und Dannenberg zu erhalten.

„Es haben sich Parteien zusammengefunden, die sonst nicht so miteinander harmonieren“, schildert Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender Landesvorsitzende des VCD Niedersachsen. „Wir werden Widersprüche gegen den Freistellungsbescheid einlegen. Notfalls geht es vor Gericht“, kündigt Friedrichs an. Seiner Meinung nach steht mit der Bahnstrecke eine Infrastruktur des Staates bereit, die genutzt werden sollte. „Der Streckenabschnitt ist zum Teil in gutem Zustand und wurde 1996 für den Castor-Transport ertüchtigt“, erinnert der stellvertretende Landesvorsitzende. Deshalb sind schwere Transporte durchaus vorstellbar.

Das sieht auch Simone Stolzenbach, Vorsitzende des Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn, so. Sie hat sich schon seit langer Zeit für den Erhalt der Strecke stark gemacht. „Das Eisenbahnbundesamt hat in seiner Entscheidung keine Rücksicht auf die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg genommen“, beklagt sich die Vorsitzende. Für sie stehen die Chancen deshalb gut, dass der Einspruch angenommen wird. „Die Zeiten sind heute anders als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Eine Bahnstrecke vor der Haustür kann in Zeiten von hohen Benzin- und Dieselpreisen durchaus Mobilität bedeuten“, blickt Stolzenbach in die Zukunft. Die Gemeinden Oetzen und Stoetze waren bisher weniger begeistert von der Wiederbelebung der Strecke und bevorzugten eine Entwidmung, weil sie für die Unterhaltung der Bahnbrücken zuständig sind.

Von Jörn Nolting

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