FDP-Europaabgeordnete Meißner fordert in Nestau mehr Flexibilität

Nein zu Bürokratie-Hürden

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FDP-Kreisvorsitzender Rainer Fabel begrüßte gestern die Europaabgeordnete Gesine Meißner zu einer Wahlkampfveranstaltung. Dabei nahm die Besucherin aus Brüssel in Fabels Trecker Platz.

bs Nestau. Sie ist in Uelzen geboren und auf einem Bauernhof aufgewachsen. Daher dürfte sich Gesine Meißner (FDP), Abgeordnete im Europäischen Parlament, gestern heimisch gefühlt haben.

Denn die 64-Jährige war zu Gast bei einer Wahlkampfveranstaltung der Liberalen auf dem Hof des FDP-Kreisvorsitzenden Rainer Fabel. Das Thema lautete „Landwirtschaft von der EU bis ins Dorf“.

Dabei griff Meißner vor etwa einem Dutzend Zuhörern die Kritik von Fabel an der Vielzahl bürokratischer Auflagen der EU, zum Beispiel für Landwirte, auf. Nicht alle Vorgaben stammten tatsächlich von der EU, sondern von Bund und Land, sagte sie. „Wir Deutschen sind Weltmeister darin, wenn etwas aus Brüssel kommt, dass wir die Sache verschärfen und noch komplizierter machen.“ Sollte es zu viele EU-Auflagen für die Landwirtschaft geben, müsse das überprüft und gegebenfalls geändert werden.

Meißner versprach auch, sich auf EU-Ebene stärker in die Diskussion über das Image der Landwirte einbringen zu wollen. Den Bauern werde oft pauschal unterstellt, dass sie nur Geld verdienen wollten, aber nicht auf die Umwelt achteten. „Es wird viel zu wenig daran gedacht, dass jemand, der Landwirtschaft gelernt hat, sehr wohl weiß, wie er vernünftig mit der Natur umgehen muss“, betonte sie.

Dass die EU-Kommission die Zulassung des Unkrautbekämpfungsmittels Glyphosat um 18 Monate verlängert hat, sei zu begrüßen, sagte Meißner. Zu denken gebe ihr der geplante EU-Austritt Großbritanniens. Offenbar seien viele Bürger EU-müde, meinte sie. „Wir sollten uns deshalb die Frage stellen: Sind wir zu bürokratisch? Erklären wir die Vorzüge der EU zu wenig?“.

Scharfe Kritik übte die FDP-Abgeordnete auch am türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Angesichts dessen Säuberungswelle gegen vermeintliche Staatsfeinde sprach sich Meißner gegen einen EU-Beitritt der Türkei aus.

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