Rat der Samtgemeinde Rosche stimmt wegen zu hoher Kosten gegen Verbindung Rosche-Stöcken

Mehrheit sagt Nein zum Radweg

Für gute Radwege will das Land viel Geld ausgeben. Der Anteil für die Kommunen ist Rosche aber zu hoch. Archivfoto: Ph. Schulze

Rosche. Bevor die Räte der Samtgemeinde Rosche in die Diskussion um Radwege entlang der Landesstraßen 265 und 254 sowie entlang der Kreisstraße 16 einstiegen, warnte Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann.

Als Hinweis der Verwaltung wollte er es verstanden wissen, dass bei einem Bau der Radwege erhebliche Kosten auf die Samtgemeinde zukommen würden. Und das, so Rätzmann, wäre bei dem derzeitigen Haushalt der Samtgemeinde kaum leistbar.

Das mag gewirkt haben. Letztlich stimmten die Räte mehrheitlich gegen eine Beteiligung der Gemeinde an dem Radwegeprogramm des Landes, in diesem Fall gegen die Mitfinanzierung eines Radweges zwischen dem Ort Rosche und Stöcken, entlang der L 254 über Jarlitz. Die Initiative hat dabei das Land mit dem Radwegeprogramm, die Gemeinde Rosche hätte die Hälfte hinzuzahlen müssen. Gekostet hätte dies die Gemeinde eine halbe Million Euro.

Anders als bei den sonst einvernehmlichen Sitzungen des Rates waren die Meinungen – wie schon beim Punkt der Ehrenamtskarte (die AZ berichtete) – geteilt.

„Das wird immer wieder gefordert, diesen Weg sollten wir auf jeden Fall bauen“, meinte etwa Klaus Rumpenhorst von der SPD-Fraktion. Elke Schulze schloss sich an und – wunderte sich: „Einen Entschluss für den Bau eines Radweges haben wir doch schon vor langer Zeit gefasst. Warum nochmal?“ Tatsächlich habe es einen entsprechenden Entschluss schon gegeben, dieser wurde in der Vergangenheit aber nicht weiter verfolgt. Das jetzige Programm des Landes legte die Diskussion neu auf. Jürgen-Peter Hallier (SPD) sprach sich ebenfalls für neue Radwege aus. Er machte außerdem klar, dass die Samtgemeinde durch das Radwegeprogramm die Möglichkeit habe, Kosten durch die Beteiligung des Landes zu sparen. Und: „Wenn wir jetzt nein sagen, fallen wir bei Kreis- und Landesstraßen aus dem Programm“, sagte er, „bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.“ Rätin Elke Schulze (Grüne) beschrieb, dass die bisherigen Wege, die zum Teil entlang der B 191 verlaufen, für Radfahrer nur schlecht zu nutzen seien.

Michael Widdecke als Bürgermeister Rosches war vehement dagegen. „Das Land will bauen, nicht wir. Wir sollen es nur cofinanzieren. Aber wenn es scheitert, weil wir das Geld nicht haben, dann ist das leider so“, meinte er. Heinz Schulze, Bürgermeister Stötzens, meinte, die kommende Generation werde zahlen, was niemand wollen könne. Wenn die SG Rosche die Radwege mitfinanziere, würde sich die Samtgemeindeumlage nicht auf dem jetzigen Stand halten.

Schließlich stellten beide politischen Seiten jeweils Anträge: Thomas Meyer (CDU-FDP-Gruppe) dafür, dass die Samtgemeinde Rosche für die Cofinanzierung von 50 Prozent für die Radwege keine Mittel zur Verfügung stellt; Jürgen-Peter Hallier dafür, die Verwaltung mit dem Erwerb des Bodens für einen Radweg zwischen Stöcken und Rosche zu beauftragen.

Die CDU/FDP-Gruppe kam zum Schluss der Diskussion ordentlich in Fahrt – Cord Schulze: „Wir würden alle gern jeden Radweg bauen, den wir nur können, aber die finanzielle Lage lässt das nicht zu. Vielleicht kann man die Radwege, die schon da sind, ausbessern, so werden sie vielleicht noch schöner. Aber wir können mit dem Geld unserer Kinder nicht so umgehen!“ Und Hans-Heinrich Weichsel, Bürgermeister Suhlendorfs, bemühte den Vergleich zum Schuldnerland Nummer Eins in der derzeitigen Medienwelt: Man könne es nicht so anpacken wie Griechenland und hinterher auch so dastehen, meinte er. „Wenn wir keine Schulden hätten“ – wie Rosche – „hätten wir vielleicht manches nicht. Uns ginge es aber besser.“

Letztlich setzte sich die schwarz-gelbe Mehrheitsgruppe durch. Elf Stimmen waren gegen die Beteiligung an dem Radwegeprogramm, sieben dafür. Dasselbe Stimmenverhältnis gab es entsprechend gegen den Antrag von Hallier für den Bau eines Radweges zwischen Stöcken und Rosche.

Von Kai Hasse

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