„Neue Marschrichtung“: SV Rosche und Schützenverein Zarenthien veranstalten Sommer-Biathlon

Laufen statt Skifahren

Mütze und Handschuhe werden in Rosche beim Sommer-Biathlon nicht benötigt. Doch wer so treffsicher wie der deutsche Biathlet Andreas Birnbacher ist, kann sich einige Strafrunden ersparen. Fotos: dpa/privat

Rosche. Ausdauer und Präzision sind am Sonntag, 15. September, auf dem Sportplatz in Rosche gefragt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein Ligaspiel des SV Rosche, sondern eigentlich um eine Wintersportart: Biathlon.

Ausgeliehen aus Groß Hehlen: der Schießstand für die Biathleten auf dem Sportplatz.

Statt der üblichen Skier schnüren die Teilnehmer jedoch die Laufschuhe. Dann geht es auf eine 1000 Meter lange Crossstrecke. Dreimal wird gelaufen, zweimal geschossen. Einmal liegend, einmal stehend. „Wer nicht trifft, der muss eine 75 Meter lange Strafrunde drehen“, sagt Ditmar Grote vom SV Rosche, der die Veranstaltung aus der Taufe hob. Gemeinsam mit dem Schützenverein Zarenthien und Umgebung wird der Sommer-Biathlon vorbereitet. „Die Gewehre werden von den Schützen gestellt“, schildert Grote, der die Leichtathleten des SV Rosche betreut. Entstanden ist die Idee vor einem Jahr. Damals hatte der SV Rosche eine Ferienfreizeitaktion für Kinder angeboten. „Das wollten wir jetzt im großen Stil ausprobieren“, sagt Axel Schulz, Vorsitzender des Schützenvereins, zum ersten Versuch im September.

Gleichzeitig wird mit der Veranstaltung die neue Cross-Strecke auf dem Roscher Sportplatz eingeweiht. Den Schießstand mieten die Roscher aus Groß Hehlen. „Wir haben ihn letzte Woche aufgebaut, damit er offiziell abgenommen werden konnte“, sagt Schulz. Am Montag ist er dann wieder verschwunden. Der Landkreis Uelzen muss den Aufbau genehmigen. In einem Abstand von zehn Metern schießen die Teilnehmer mit einem Luftgewehr auf die Zielscheiben – übrigens original Biathlon-Klappen.

„Biathlon ist eine Trendsportart“, sagt Stephan Baumgarten, Vorsitzender des SV Rosche und gleichzeitig Schriftführer bei den Schützen, und hofft auf viele Teilnehmer und natürlich auch Zuschauer. Für die Schützen ist es ebenfalls Neuland – und zwar bewusst: „Wir schmeißen Traditionen über den Haufen und bieten neue Aktionen an“, schildert Schulz. Die Schützen wollen damit ihre Marschrichtung ändern. „Wenn man nichts macht, dann kommt keiner“, sagt der Vorsitzende. Zwar leidet der Schützenverein Zarenthien und Umgebung nicht unter großem Mitgliederschwund, aber im Jugendbereich kommt nicht genug nach.

Ditmar Grote sieht in der Aktion auch eine Förderung der Kommunikation: „Wir sitzen in einem Vereinsheim, aber sehen uns kaum. So entsteht eine Gemeinschaft.“

Von Jörn Nolting

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