Jugenddorf erhält Zuschlag

Der Rat hat entschieden: Ab 1. Januar 2011 wird der Kindergarten in Oetzen vom Christlichen Jugenddorf Göddenstedt betrieben.Archivfoto: Koch

Oetzen - Von Jochen Frenz. Ab dem 1. Januar 2011 wird nicht mehr wie bisher die Kirchengemeinde Molzen die Betriebsführung im Kindergarten in Oetzen ausüben, sondern das Christliche Jugenddorf Göddenstedt (CJD).

Das beschloss der Rat der Gemeinde Oetzen unter der Leitung von Bürgermeister Bernd Burmester (CDU) am Mittwochabend auf seiner Sitzung im Gasthaus Meyer-Strohschein in Süttorf ohne Enthaltungen bei einer Gegenstimme. Er folgte damit dem Beschlussvorschlag des Verwaltungsausschusses, in dem auch nicht geldliche Gesichtspunkte wie Arbeitsplatzverlust, Elternwillen oder Elternengagement bis hin zum Anstreben eines Bürgerbegehrens berücksichtigt worden seien, wie Bernd Burmester feststellte.

Am ausgeschriebenen Auswahlverfahren hatten sich das CJD Göddenstedt und erneut die Kirchengemeinde Molzen beteiligt und bis zum Termin 10. Juni ein Angebot für die Betriebsführung abgegeben. Das DRK Uelzen hatte ohne Angabe von Gründen schriftlich erklärt, am Auswahlverfahren nicht teilzunehmen.

Bei dem Auswahlverfahren, so der Bürgermeister, sei es auch nicht allein um Einsparungen bei den Personalkosten gegangen, sondern um Einsparungen bei den Betriebskosten in Gänze.

Ein gutes Dutzend Zuhörer war trotz zeitgleicher Übertragung des WM-Gruppenspiels Deutschland gegen Ghana dennoch zur Ratssitzung gekommen, bei der Ratsvorsitzender Burmester bereits bei deren Unterbrechung für eine Einwohnerfragestunde so seine Schwierigkeiten hatte, die sichtlich engagiert Fragenden immer wieder darauf hinzuweisen, dass der eigentliche Beratungspunkt geschweige denn dessen Ergebnis erst drei Tagesordnungspunkte später anstehe. Bei der Fragestunde solle man sich an die Vorgaben der Niedersächsischen Gemeindeordnung halten. Doch so ganz eng vermochte Bernd Burmester das Ganze dann schließlich doch nicht zu sehen und beantworte schon mal die eine oder andere Frage zur Sache im Vorab von Beratung und Beschlussfassung.

Wie Gemeindedirektor Thomas Schulz erläuterte, war es oberstes Ziel des Auswahlverfahrens, von einem bisher reinen Defizitsausgleichsvertrag zu einem von der Kommune und der künftigen betriebsführenden Organisation gemeinsam gestalteten Vertrag zu kommen, der den entsprechenden. Zuschussbedarf für die den Kindergarten fördernden Gemeinden ausweist. Bei den Ergebnissen der monetären Gesichtspunkte des Auswahlverfahrens habe die Kirchengemeinde Molzen einen Zuschussbedarf von 148 401 Euro für die Gemeinden ermittelt, das CJD Göddenstedt einen von 71 467 Euro.

Obwohl, wie Waldemar Wende für die CDU und Klaus Rumpenhorst (SPD) in ihren Statements ausführten, die kirchlichen Kindergartenmitarbeiterinnen jahrelang eine hervorragende Arbeit geleistet hätten, sei es dennoch unverantwortlich, eine freiwillige Mehrbelastung von jährlich rund 77 000 Euro zu verantworten. Dagegen hielt Simone Stolzenbach (Die Grünen) nach eingehender Prüfung der Angebotsunterlagen, wie sie sagte, das Angebot des CJD vor allem hinsichtlich der Personalkosten „für nicht seriös“ und stimmte auch wegen von ihr befürchtetem Qualitätsverlust gegen einen Betreiberwechsel.

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