In der Region nimmt das Entsorgen von Müll an der Straße zu

Illegaler Frühjahrsputz

Das Abladen von Müll im Kreis bleibt oft nicht bei Geröll – auch Altöl oder Küchengeräte werden illegal entsorgt. Foto: Ph. Schulze

Suhlendorf/Landkreis. Manuela Kapak-Wendt hört sich entrüstet an, als sie gestern bei der AZ anruft: Ein großes Gebiet auf dem Parkplatz der Straßenmeisterei für Bundes- und Landesstraßen in Növenthien bei Suhlendorf, deren Leiterin Kapak-Wendt ist, ist voller Geröll – jemand hat dort einfach Baumaterial hingekippt und ist abgehauen.

Und das ist nicht das erste Mal. Bereits kürzlich war ein Haufen Autoreifen illegal entsorgt worden (die Allgemeine Zeitung berichtete).

Nachdem das Geröll in der vergangenen Woche auf dem Parkplatz gefunden worden war, setzte sich die Frau mit ihren Streckenwarten der Straßenmeisterei für Landes- und Bundesstraßen zusammen. Das Resümee: Es häuft sich derzeit, und das buchstäblich und im ganzen Kreis. Kapak-Wendt: „Das finden Sie überall. Mal einen Sack mit Müll, aber es gibt da auch Reifen, wie kürzlich, oder Altöl, oder mal einen Kühlschrank. Das fällt im Moment auf.“

Und das nervt und kostet Geld: Etwa 250 Euro, so peilt die Leiterin der Straßenmeisterei grob über den Daumen, kostet der Abtransport von Gerümpel. Man braucht einen Laster, einen Fahrer, etwa drei Stunden Zeit insgesamt, um den Müll zur Deponie Borg zu bringen. „Da fahre ich selbst auch hin, wenn ich etwas zu entsorgen habe“, meint die Leiterin der Meisterei für Landes- und Bundesstraßen.

Dass das illegale Entsorgen von Müll irgendwo im Straßengraben zugenommen habe, ist zunächst der Eindruck von Kapak-Wendt und ihren Streckenwarten.

Also billiger Frühjahrsputz zu Lasten der Umwelt und der Ordnung? Kai Richter, Sprecher der Polizei, kann dies nicht bestätigen. Allerdings kommt auch nicht jedes Delikt zur Anzeige – so dass ein belastbares statistisches Bild entstünde. „Wir haben schon öfter Strafantrag gestellt“, sagt Kapak-Wendt zwar, aber allzu oft wäre das ohne Erfolg. Ohne Zeugen sei es schwer, den Umweltsündern auf die Schliche zu kommen.

Ein übliches Missverständnis scheine außerdem zu sein, dass man Grünabfälle einfach in der freien Natur los werden könne – und das kein Problem sei: „Das ist aber kein Kompost“, sagt die Leiterin der Landes- und Bundesstraßenmeister, „das ist ebenfalls Abfall und muss auch so entsorgt werden“.

Die Zentrale Mülldeponie Borg ist für Fragen unter Telefon (0 58 03) 98 76 21 zu erreichen, Selbstanlieferung ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, Sonnabends von 8 bis 12 Uhr.

Von Kai Hasse

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