AZ-Serie „Mit dem Landwirt durchs Jahr“: Kartoffeln brauchen Wasser gegen Schorf

Hoffen auf ein wenig Regen

Friedrich Helmke erklärt seinem dreijährigen Sohn Gerrit, warum die Kartoffeln Wasser brauchen.

Holthusen II/Suhlendorf. Seit einer Woche kein Regen. Also laufen sie wieder, die Beregnungen auf den Feldern des Landkreises Uelzen.

Die AZ-Serie „Mit dem Landwirt durchs Jahr“ beleuchtet den Umgang der Landwirte Friedrich Helmke aus Suhlendorf und Markus Kaiser aus Holthusen II.

Seit gestern laufen die Beregnungen von Markus Kaiser aus Holthusen II wieder. „Ich bin im Moment ganz entspannt“, sagt der Landwirt. Der Grund: Er baut keine Kartoffeln an – und die müssen im Moment unbedingt beregnet werden. Der Suhlendorfer Landwirt Friedrich Helmke erklärt, weshalb: „Es geht um die Qualität. Wenn die Kartoffeln zu trocken werden, dann kommt der Kartoffelschorf – ein Pilz, der die Schale befällt.“ Geschmacklich ist es nicht relevant, aber der Kunde kaufe nun mal nach der Optik. „Wenn die Qualität beeinträchtigt ist, dann sind die Kartoffeln nicht zu vermarkten.“

Der Raps, die Rüben und der Mais von Markus Kaiser hingegen brauchen die Beregnung noch nicht. Lediglich der Winterweizen benötigt Wasser. Der Landwirt aus Holthusen baut ihn auf insgesamt 35 Hektar an.

Der Suhlendorfer Friedrich Helmke hingegen muss seine Speisekartoffeln und sein Getreide bewässern. „Die Rüben brauchen noch nicht, denn sie sollen mit der Wurzel in die Erde wachsen und dort nach Wasser suchen“, erklärt Helmke.

„Wasser ist ein kostbares Gut“, wissen beide Landwirte. Zur Bewässerung steht den Bauern ein Wasserkontingent von 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter pro Jahr zur Verfügung. Das Kontingent zählt für zehn Jahre, früher waren es sieben. „Wir können uns das einteilen“, sagt Helmke. Deshalb sorgen sie dafür, dass das Wasser eben möglichst nicht auf Wegen oder Straßen landet, sondern auf dem Feld – da wo es hingehört und gebraucht wird.

Die Beregungemaschine von Friedrich Helmke braucht 45 Kubikmeter Wasser pro Stunde. 25 Kubikmeter auf einen Hektar. Helmke: „Dafür braucht die Maschine fünf Stunden.“ Sieben Beregnungen hat der Suhlendorfer derzeit im Einsatz. Beregnet wird bei beiden Landwirten vorwiegend nachts, denn dann ist es windstill und weniger Wasser kann verdunsten. „Für die Nacht ist Regen angesagt“, sagt Friedrich Helmke gestern hoffnungsvoll.

Das Aquarius-Projekt der Landwirtschaftskammer haben beide Landwirte aufmerksam verfolgt. „Die Ideen sind grundsätzlich gut“, findet Markus Kaiser. Allerdings seien viele Dinge nur in großen Verbänden umsetzbar, aufgrund des großen Aufwandes. Den Waldumbau von Nadel- auf Laubwald hält Friedrich Helmke für sinnvoll, damit Grundwasser aufgefüllt wird. Ob es gut funktioniert, bezweifelt Markus Kaiser allerdings: „Unsere Vorfahren haben sich schon was dabei gedacht, dass da Kiefern stehen.“ Aus waldwirtschaftlicher Sicht sieht er in Laubbäumen einen Nachteil, weil Kiefern viel besser mit dem sandigen Boden klarkommen.

Friedrich Helmke engagiert sich im Projekt „Obere Wipperau“. Dieses untersucht die Nutzung von Kreisberegnungen, um Wasser und Energie zu sparen. „Kreisberegungen brauchen weniger Wasserdruck“, erklärt der Suhlendorfer Landwirt. Statt zehn Bar nur zwei Bar. Außerdem wird der Wasserstrahl nicht hoch durch die Luft geworfen. Das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund. „Es gibt viele Ideen.“

Markus Kaiser hingegen bereitet sich auf den DLG-Feldtag in Berneburg vor, den er nächste Woche besuchen wird. „Es ist der größte in Deutschand“. Vorher wird er allerdings noch mit der deutschen Elf beim Spiel gegen Dänemark mitfiebern. Sein Tipp: 2:1 für Deutschland.

Von Jörn Nolting

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