Museumsverein und Gemeinde stellen Planung für barrierefreien Umbau des Außengeländes vor

Handwerksmuseum Suhlendorf: Serpentinenweg und flache Rampen

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Problem Nummer 1: Vor einigen Gebäuden gibt es Stufen. Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel (links) und der Vize-Vorsitzende des Museumsvereins, Tiedeke Heilmann, wollen Abhilfe schaffen.

Suhlendorf. Vom Hauptgebäude bis zum tiefsten Punkt des Geländes, der Scheune, beträgt der Höhenunterschied mehr als sechs Meter. Zahlreiche Wege sind unbefestigt und holprig, zudem gibt es vor den Eingängen einiger Gebäude Stufen.

Das Handwerksmuseum in Suhlendorf stellt für Menschen mit Gehhilfen, Rollstuhlfahrer und sehbehinderte Besucher, aber auch für Familien mit Kinderwagen eine Herausforderung dar. Deshalb wollen der Museumsverein und die Gemeinde das Gelände barrierefrei umgestalten (AZ berichtete). Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel gab jetzt erstmals Einblicke in den von einem Ingenieurbüro erstellten Planungsentwurf für das Leader-Förderprojekt.

Problem Nummer 2: Der Zugang zu einigen Häusern ist mit Kopfsteinpflaster gestaltet.

Künftig soll ein zwei Meter breiter Weg in Serpentinenform über das Gelände führen und die Gebäude miteinander verbinden. Noch ist unklar, ob der Weg gepflastert oder aus Mineralgemisch gestaltet wird. Das Gefälle soll unterwegs maximal sechs Prozent betragen. Überdies werden Zwischenpodeste eingebaut und das zwischen Speicher und Backhaus steil abfallende Areal wird höhenmäßig angeglichen.

„Die Alternative zum Rundweg wäre ein sternförmiger Zugang zu den Gebäuden gewesen“, erklärt Weichsel, der auch Revisor des Museumsvereins ist. „Doch dann wäre der Festplatz am Backhaus weggefallen.“ Gerade dort halten sich bei Veranstaltungen aber viele Besucher auf.

Problem Nummer 3: Der Weg vom Hauptgebäude des Museums aufs Gelände fällt steil ab.

Künftig wird der Weg zur Scheune, in dem seit 2015 Trauungen möglich sind, in einem Bogen am Waldlehrpfad entlang führen. Darüber hinaus wird der Rundweg an bestimmten Stellen mit Rasenkanten versehen. „Das bietet Blinden und Sehbehinderten eine Führung“, erläutert Tiedeke Heilmann, einer der beiden zweiten Vorsitzenden des Museumsvereins.

Ein wichtiger Aspekt der Umgestaltung ist der barrierefreie Zugang zu den Museumsgebäuden. Dazu werden die Stufen an den Eingängen abgeflacht oder mit Rampen versehen. Stolperfallen in Form von Kopfsteinpflaster vor den Türen werden ebenfalls entfernt. Geplant ist auch der Einbau eines Treppenlifts zum Untergeschoss des Hauptgebäudes, in dem sich die Radio-Ausstellung befindet. Nicht zuletzt wird neben dem Schafstall eine behindertengerechte Toilette errichtet.

„Mit dem Umbau wollen wir unser Museum attraktiver machen und es anderen Besuchergruppen näherbringen“, fasst Heilmann die Pläne zusammen. Im August soll das Leader-Projekt beim Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg beantragt werden, das auch über den Förderbescheid entscheidet. Die geschätzten Gesamtkosten betragen 156 000 Euro. Davon würden 93 600 Euro aus Lea-der-Zuschüssen finanziert. Der Museumsverein steuert 39 000 Euro bei, die Gemeinde die restlichen 23 400 Euro. Heilmann hofft, dass der Umbau zwischen Oktober und dem kommenden Frühjahr realisiert werden kann. „Dann könnten wir die fertiggestellten Wege zum Start der neuen Museumssaison am 1. April 2017 eröffnen“, erklärt er.

Von Bernd Schossadowski

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