Wasserspeicherbecken in Stöcken gibt es seit zehn Jahren / Kleineres Becken bei Borg geplant

Gewinn für die Vogelwelt

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Im Stöckener Wasserspeicher können insgesamt 750 000 Kubikmeter Wasser aus der Zuckerfabrik gespeichert werden. Die Landwirte nutzen es im Sommer zur Feldberegnung. 

Stöcken. In Stöcken gibt es das Wasserspeicherbecken des Bewässerungsverbandes seit zehn Jahren. Kurz hinter Borg an dem Weg in Richtung Neumühle soll im nächsten Jahr ein weiteres entstehen.

„Das neue Becken soll 400 000 Kubikmeter Wasser aus der Zuckerfabrik aufnehmen können“, verkündeten Verbandsingenieur Jörg Martens und Geschäftsführer Ulrich Ostermann am Dienstag bei einer kleinen Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen und hoffen, die Einweihung im nächsten Jahr um genau diese Zeit feiern zu können.

Nur allzu gut kann Martens sich noch an die Zeit erinnern, als die Planungen des Wasserspeicherbeckens in Stöcken begannen. 1992 hatte er beim Bewässerungsverbandes angefangen, und das Bauwerk war eine seiner ersten Aktionen. „Es sollte erst südlich von Süttorf entstehen“, weiß Martens. Der Verbandsingenieur hatte, bevor er in den Landkreis Uelzen kam, die Mülldeponie in Wesendorf betreut. Hartmut Stöcker, damaliger Geschäftsführer hatte maßgeblich dafür gesorgt, dass es so gut wie geplant war. Bis es aber wirklich begann, vergingen noch einige Jahre.

Landwirte, Verwaltung, NABU und Bewässerungsverband feierten gestern das zehnjährige Bestehen des Speicherbeckens.

Eine Änderung im Düngemittelrecht 1997 gab den Ausschlag: „Das Abwasser aus den Rüben durfte nicht mehr auf die Felder gebracht werden“, sagt Martens. Im Jahr 2000 wurde es dann immer konkreter mit dem Wasserspeicherbecken. Doch: Der Bewässerungsverband hatte gegen allerhand Widerstand zu kämpfen. Klagen bis vor das Oberverwaltungsgericht verzögerten den Beginn des Baus. „Die Einwohner und Landwirte hatten vor allem drei Sorgen: Geruchsbelästigung, hydrosanitäre Bedenken und ein technisches Bauwerk, das die Landschaft verschandelt“, erinnert sich Martens und kann heute drüber schmunzeln. „Ich wurde zum Teil sehr massiv und persönlich angegriffen“, schildert der Verbandsingenieur. Doch inzwischen rechnet er allen Beteiligten hoch an, dass sie sich teilweise persönlich bei ihm entschuldigt haben.

7,5 Millionen Kubikmeter Wasser konnte durch den Wasserspeicher in Stöcken für die Region gewonnen werden. „Dadurch wurde die Grundwasserentnahme reduziert“, sagt Mertens. Weitere Speicherbecken gibt es bisher in Störtenbüttel mit einem Umfang von insgesamt 250 000 Kubikmetern. Der Vorteil des Wassers aus der Zuckerrübe: Die Nährstoffe bleiben erhalten und das Wasser ist 15 bis 25 Grad Celsius warm. „So bekommen die Kartoffeln keinen Kälteschock, wenn sie mit dem Wasser aus dem Speicherbecken bewässert werden,“ sagt Mertens. Und nicht nur die Kartoffeln profitieren, sondern auch die Flora und Fauna. „Das Becken ist für die Vogelwelt ein absoluter Gewinn“, freut sich Mertens und bekommt Zustimmung vom BUND-Vorsitzenden Karl-Heinz Köhler, der geradewegs zwei Silberreiher entdeckt hat. Auch über 250 Kraniche nutzen das fast leere Speicherbecken regelmäßig im Sommer.

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