Kindertreff wird geschlossen

Gemeinde Rosche und CJD Göddenstedt wollen Jugendbüro einrichten

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Malen und Basteln haben ausgedient. Stattdessen soll es im neuen Jugendbüro an der Lüchower Straße in Rosche bedarfsorientierte Angebote zu flexibleren Zeiten geben. Dafür wird der bestehende Kinder- und Jugendtreff der Gemeinde geschlossen.

Rosche. Täglich wiederkehrende Aktivitäten für Kinder und Jugendliche haben ausgedient, gefragt sind neue Angebote zu flexibleren Zeiten: Mit der Gründung eines Jugendbüros in Rosche wollen die Gemeinde und das CJD Göddenstedt neue Wege beschreiten.

Das Konzept sieht vor, den bestehenden Kinder- und Jugendtreff an der Bevensener Straße im Frühjahr zu schließen und in den Räumen des ehemaligen Schlecker-Marktes an der Lüchower Straße ein Informations- und Vernetzungsbüro einzurichten. Das kündigt Matthias Tetzlaff, Leiter des CJD Göddenstedt, an.

„Wir reagieren damit auf die veränderten Rahmenbedingungen und wollen unsere Mittel da einsetzen, wo der Bedarf der Kinder und Jugendlichen besteht“, erklärt er. Aufgrund der zunehmenden Ganztagsangebote in den Schulen hätten die jungen Leute nachmittags immer weniger Zeit und Lust, den Roscher Kinder- und Jugendtreff zu besuchen. Regelmäßige Öffnungszeiten seien daher nicht mehr zeitgemäß.

Das neue Jugendbüro soll nur noch drei Stunden in der Woche geöffnet sein, mit projektorientierten Angeboten aber attraktiver für die Zielgruppe werden. Dort wird ein Aufenthaltsbereich eingerichtet, hinzu kommen eine Kochstelle und ein Materiallager. „Das Jugendbüro soll eine Anlauf- und Koordinierungsstelle werden, aber auch der Vernetzung der örtlichen Vereine, Institutionen und der Kirche dienen“, sagt Tetzlaff. Informationen über Angebote in der Gemeinde und der Region soll es in dem Büro ebenfalls geben.

Unabhängig davon werde das CJD sein bewährtes Ferienprogramm beibehalten, versichert Tetzlaff. Als Beispiele nennt er das Sommerlager für Jugendliche und die Kinderferienwochen – zwei Angebote, die sich in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit erfreuten. Zudem sollen Projekte des CJD bei öffentlichen Veranstaltungen, etwa dem Roscher Sommerfestival, angeleitet werden. Auch möchte das CJD die Besucher des Jugendbüros zu ehrenamtlichem Engagement animieren.

Das Gebäude des früheren Schlecker-Marktes in Rosche steht seit Jahren leer und wird zurzeit umgebaut. Tetzlaff hofft, dass das Jugendbüro dort bereits im Februar einziehen kann. Bis dahin werden auch die politischen Gremien der Gemeinde Rosche über die Neufassung des Vertrags über die Kinder- und Jugendarbeit entscheiden. Dafür habe die Gemeinde bislang einen Zuschuss von 20 000 Euro pro Jahr gewährt. Diese Summe solle auch in Zukunft zur Verfügung gestellt werden, erläutert Gemeindedirektor Rolf Musik im AZ-Gespräch. „Es ist nicht das Ziel, dass wir Geld sparen. Vielmehr wollen wir, dass das Angebot für Kinder und Jugendliche auch ankommt“, betont er.

Von Bernd Schossadowski

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