Anlage in Schwemlitz löst nur sporadisch aus / Wehr wird verspätet alarmiert

Eine Sirene mit Macken

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Auf dem Dach des Wohnhauses von Manfred Seelig in Schwemlitz befindet sich die Sirene des Ortes. Diese löst nur sporadisch aus. Seelig wünscht sich, dass sie abgebaut wird.

Schwemlitz/Rosche. Für Thomas Wannewitz, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Schwemlitz/Bankewitz, ist es „das Ärgernis des Jahres“: Die Sirene in Schwemlitz funktioniert nur sporadisch.

„Das Komische ist, manchmal löst sie aus und manchmal nicht“, berichtet Wannewitz der AZ. Die Folge: Bei zwei Einsätzen im vorigen Jahr, darunter einem Kellerbrand im Ort, habe die Schwemlitzer Wehr nicht per Sirene alarmiert werden können. Das habe zu verlängerten Ausrückzeiten geführt, sagt der Ortsbrandmeister.

Insgesamt 32 Sirenen gibt es auf den Dächern in der Samtgemeinde Rosche. Nun will die Verwaltung Anlagen, die dauerhaft nicht funktionieren, abbauen und die betreffenden Feuerwehren stattdessen verstärkt mit Funkmelde-Empfängern ausstatten. Damit würde auch dem Wunsch einiger Bürger entsprochen, die die Sirenen nicht länger auf ihren privaten Häusern dulden wollen.

In der Samtgemeinde werden die Sirenen alle vier Wochen per Probealarm von der Leitstelle in Uelzen getestet, erklärt Rosches Gemeindebrandmeister Henning Räthke. „Wenn eine Sirene nicht funktioniert, wird eine Elektrofirma rausgeschickt, die sie repariert. In 90 Prozent der Fälle ist das schnell möglich.“

Sirenen seien in der heutigen Zeit aber nicht mehr notwendig, um die Einsatzkräfte zu alarmieren oder die Bürger zu warnen. „So gut wie jeder hat inzwischen ein Handy und Smartphone in der Tasche“, sagt Räthke.

Die Alarmierung erfolge meist über besagte Funkmelde-Empfänger, die rund 300 Euro pro Stück kosten. Sollte eine Wehr Bedarf haben, werde sie rasch mit diesen Geräten ausgestattet.

Trotzdem hält Ortsbrandmeister Wannewitz funktionierende Sirenen für wichtig – und zwar aus psychologischen Gründen. Durch die Alarmierung mit Funkmelde-Empfängern bekomme die Bevölkerung nachts gar nicht mit, wenn es im Ort brennt. „Doch wenn die Sirene heult, schauen die Leute aus dem Fenster und sehen: Unsere Feuerwehr rückt aus und tut was fürs Dorf. Das hat auch was mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun“, meint Wannewitz. Zudem sei bislang nur etwa ein Drittel der Schwemlitzer Feuerwehrleute mit einem Funkmelde-Empfänger ausgestattet. „Die Masse von uns wird über die Sirene alarmiert.“

Das bekommt der Schwemlitzer Manfred Seelig hautnah mit. Er wohnt seit 1993 in dem Haus, auf dessen Dach die örtliche Sirene installiert ist. Diese werde etwa fünf bis sieben Mal pro Jahr ausgelöst, erzählt er. „Das ehemalige Kinderzimmer unseres Sohns lag direkt unter der Sirene. Wenn es Alarm gab, stand der senkrecht im Bett“, schildert Seelig. Sein Fazit: „Ich hätte nichts dagegen, wenn die Sirene hier abgebaut würde.“

Von Bernd Schossadowski

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