Rat will Wertgutachten erstellen lassen / Dorf-Treff ist vom Tisch

Ehemalige Rätzlinger Schule: Die Zeichen stehen auf Verkauf

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Lange Flure und beige Fliesen: Das Gebäude der ehemaligen Grundschule in Rätzlingen steht seit Sommer 2014 leer und soll möglichst verkauft werden. Vor einem Jahr bekamen Besucher bei einem Rundgang einen Einblick in die Immobilie.

Rätzlingen. Die Umwandlung der ehemaligen Grundschule in Rätzlingen in einen Bürger-Treffpunkt oder ein Dorfgemeinschaftshaus ist offenbar endgültig vom Tisch.

Am Dienstagabend hat der Rat der Gemeinde beschlossen, ein Wertgutachten für das 1955 errichtete Schulgebäude in Auftrag zu geben – mit dem Ziel, das Objekt zu verkaufen. Wenn das Gutachten vorliegt, will der Rätzlinger Rat noch einmal über die Zukunft der Immobilie diskutieren. Diese steht seit Sommer 2014 leer (AZ berichtete).

Eine Nutzung durch die Gemeinde oder die Dorfgemeinschaft sei inzwischen kein Thema mehr, sagt Gemeindedirektor Herbert Rätzmann im AZ-Gespräch. Auch Wohnen sei dort nicht möglich. „Die Bausubstanz ist zwar noch in Ordnung, aber das Gebäude passt vom Zuschnitt her nicht für Wohnzwecke“, erklärt der Verwaltungschef mit Blick auf den langen Schulflur sowie die Größe und Anordnung der Räume. „Der Innenausbau müsste komplett neugestaltet werden.“ Auch der Versuch der Verwaltung, einen Mieter für das Objekt zu finden, war bislang erfolglos.

Rätzlingens Bürgermeister Harald Dammann begrüßt die Entscheidung des Rates, das einstige Schulgebäude verkaufen zu wollen. Die Umwandlung in ein Dorfgemeinschaftshaus lehnt er dagegen ab. „Das Gebäude ist zu groß, die Umbaukosten würden uns auffressen“, meint er. Neben dem eigentlichen Umbau der Räume müssten die Elektrik und die Heizung komplett erneuert werden. Diese Investitionen könne die Gemeinde finanziell aber unmöglich stemmen, so Dammann.

Auch über eine Alternativ-Idee diskutierte der Gemeinderat: Eine Bürgerin aus Rätzlingen schlug vor, das Schulgebäude und das benachbarte Grillhaus abzureißen und die Fläche mit Anpflanzungen, Wasserspielen und Findlingen neu zu gestalten. Das lehnte der Rat jedoch ab. „Der Dorfplatz muss für Veranstaltungen der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft erhalten bleiben“, betont Dammann.

Das ehemalige Schulgrundstück ist etwa 4500 Quadratmeter groß und umfasst neben dem Gebäude auch eine Grünfläche mit Spielplatz. Wie es mit dem Areal weitergeht, ist vorerst unklar. Der Rat will nun das Ergebnis des Wertgutachtens abwarten.

Von Bernd Schossadowski

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