Handwerksmuseum Suhlendorf startet mit vergrößertem Backhaus in die neue Saison

Alter Raum mit neuem Platz

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Bei der Eröffnung der Museumssaison wollen Gemeinde und Museumsverein das erweiterte Backhaus einweihen.

Suhlendorf. Endspurt ist angesagt bei der Erweiterung des Backhauses im Suhlendorfer Handwerksmuseum. Wenn in den nächsten Tagen das Wetter mitspielt, dann werden die Gemeinde und der Museumsverein Suhlendorf pünktlich zur Eröffnung der Museumssaison am 17. März das vergrößerte Backhausgebäude auf dem Museumsgelände gemeinsam einweihen und seiner Bestimmung übergeben können.

Zurzeit laufen die Umbauarbeiten auf Hochtouren. Zimmerleute und Dachdecker, Fliesenleger, Maurer, Maler und andere Gewerke legen vorletzte Hand an. Das Backhaus mit Küche, Steinbackofen und Backstube ist um eine Grundfläche von 37 Quadratmetern vergrößert worden und hat überdies eine überdachte 26 Quadratmeter große Freisitz-Terrasse erhalten.

Beim Suhlendorfer Handwerkertag im letzten September hatten Bürgermeister Hans-Heinrich Weichsel und Christian Niemann, Vorsitzender des Museumsvereins, im Rahmen einer kleinen Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Backhauses gemeinsam den ersten Spatenstich für dessen Erweiterung vollzogen. Die Erweiterung ist eines von drei Teilprojekten im Gesamtkonzept „Gebäudeerweiterung Handwerksmuseum Suhlendorf“, das die Gemeinde als Projektträger und der Museumsverein als Projektpartner gemeinsam realisieren. Die beiden anderen Teilprojekte sind der Wiederaufbau des alten „Baakstaven“ aus Molbath und die Erweiterung des „Lütt‘ Hus“. Beide Gebäude sind bereits fertiggestellt und komplettieren seither die Unterbringung und Präsentation der fast zwei Dutzend Werkstätten, Arbeitsplätze und Ausstellungen auf dem Museumsareal. Beispielsweise die Webstube und die Druckerei, die Tierarztpraxis und die Terrazzo-Ausstellung. Das dritte Teilprojekt, die Erweiterung des Backhauses, war zunächst zurückgestellt worden, bis die Gesamtfinanzierung einschließlich der EU-Fördermittel geklärt war. Das war im letzten Jahr geschehen.

Gebaut und eröffnet worden war das im Stile eines Niedersachsenhauses errichtete Backhaus im Sommer 1986 von der Gemeinde, die es anschließend auch betrieb. „Wenn wir das gelungene Werk sehen, können wir uns beglückwünschen, dass wir den Mut zu dieser Investition hatten, von der wir hoffen, dass sie den Fremdenverkehr in der Gemeinde weiter beflügelt“, hatte Suhlendorfs damaliger Bürgermeister Albrecht Gröfke bei der Einweihung den Neubau begründet, der alles in allem rund 100 000 Mark gekostet hatte.

Das Ziel, den Fremdenverkehr in der Gemeinde auch weiterhin zu beflügeln, verfolgen die Gemeinde und der Museumsverein nicht zuletzt auch mit der Erweiterung des Backhauses und tragen damit der erfolgreichen Entwicklung des Museums hinsichtlich Ausbau, Angebot und steigender Besucherzahlen Rechnung. „Wir machen immer wieder die Erfahrung“, so Christian Niemann, „dass bei vielen Gelegenheiten die Sitzplätze im Backhaus nicht ausreichen. Nach der Erweiterung findet jetzt beispielsweise eine komplette Busgesellschaft mit 55 bis 60 Personen darin einen Sitzplatz.“ Die Gesamtkosten für die Erweiterung sind mit 87 000 Euro veranschlagt, EU-Fördermittel von 54 640 Euro zugesagt. Rund 32 500 Euro wird mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde der Museumsverein aufbringen, der das gemeindeeigene Handwerksmuseum ehrenamtlich betreibt.

Von Jochen Frenz

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