Handwerksmuseum Suhlendorf stellt drittwichtigstes Nutztier der Landwirtschaft vor

Alles rund um die Biene

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Wie der Imker an den Honig kommt, führte Tiedeke Heilmann (links) im Handwerksmuseum vor.

bl Suhlendorf. Nach Rindern und Schweinen kommen gleich die Honigbienen. Sie sind das drittwichtigste landwirtschaftliche Nutztier und erwirtschaften durch ihre Bestäubungstätigkeit jährlich rund zwei Milliarden Euro und sind wesentliches Bindeglied in vielen natürlichen Lebensgemeinschaften.

Seit dem Jahr 2000 veranstaltet der Deutsche Imkerbund den „Tag der deutschen Imkerei“, um auf die Bedeutung der Bienenhaltung aufmerksam zu machen. Auch das Handwerksmuseum Suhlendorf macht mit vielerlei Aktionen und Informationen rund um die emsigen Honigsammlerinnen mit.

Wie leben diese Bienen, welche Aufgaben haben Königin, Drohnen und Arbeitsbienen oder wie wird der Honig hergestellt? Auf all diese Fragen wusste Tiedeke Heilmann Antwort. Der Hobbyimker betreut im Museum einige Bienenvölker und stellt natürlich auch Honig her.

Dabei durften die Besucher mithelfen, Waben zu entnehmen und den Honig zu schleudern. Ganz nebenbei erfuhren sie allerhand Wissenswertes.

Bienen leisten weit mehr, als nur Honig zu produzieren. Viele Milliarden Bienen fliegen in der Vegetationszeit jeden Tag aus und sorgen mit ihrer Bestäubung für blühende Wiesen und Felder und damit für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts, sichern die Nahrungsgrundlage vieler Kleinlebewesen und Vögel. Für ein einziges Gramm Honig bedarf es bis zu 10 000 Blütenbesuche und für ein Kilogramm legen sie eine Wegstrecke zurück, die etwa das Dreifache des Erdumfanges beträgt.

Aber die Nahrungs- und Lebensbedingungen haben sich für die Bienen in den letzten Jahren spürbar verschlechtert. Es blüht immer weniger auf Äckern, auf öffentlichen Flächen oder auch in privaten Gärten. Der damit verbundene Rückgang der Vielfalt an pollen- und nektarspendenden Pflanzen sei für die Bienen problematisch, fehle es doch vor allem im Spätsommer an Nahrungsquellen, eigentlich der wichtigsten Zeit für ein Bienenvolk um gesund und widerstandsfähig den Winter zu überstehen, so Heilmann.

Nicht ganz umsonst sei der diesjährige „Tag der deutschen Imkerei“ unter das Motto „Gesunde Bienen brauchen bunte Vielfalt“ gestellt worden. Dazu könne eigentlich jeder etwas beitragen, indem er bewusst auf eine bienenfreundliche Gestaltung des Gartens, der Terrasse oder des Balkons achte, so Heilmann.

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