Region in ihrer Entwicklung fördern

Altmark. Der Vorsitzende der BASTA 14, Peter Pielert, sprach mit dem Senior-Chef der "Altmärker Fleisch und Wurstwaren", Alfred Viehmann, über den Ausbau der Autobahn 14. Pielert: Können Sie bitte ein paar Daten zu ihrem Unternehmen nennen!Viehmann:

Unser Unternehmen beschäftigt am Standort Stendal circa 250 Mitarbeiter, und wenn ich gleich das Thema Autobahn einflechten darf, dann würden auch diese von einer Autobahnanbindung profitieren. Unser Lieferverkehr erfolgt mit großen Lkw bis 40 Tonnen und der Auslieferverkehr mit unseren eigenen Fahrzeugen in der Regel mit Zehn- bis Zwölf-Tonnern. Diese Fahrzeuge legen die Strecke zu unseren Filialen mehrmals am Tag zurück.P.: Ihr Hauptfirmensitz liegt in Stendal, wie bewerten Sie Ihre verkehrstechnische Anbindung? Auf Ihre Mitarbeiter hatten Sie schon verwiesen.V.: Die Altmark ist ein weißer Fleck auf der Autobahnkarte und bleibt die Region auch in Zukunft weiterhin ohne Autobahn, wird die wirtschaftliche Entwicklung hinter der von Regionen mit verkehrsgünstiger Anbindung weiter zurückbleiben. Dafür gibt es in Deutschland viele Beispiele. Für Betriebe ist es notwendig, dass sich in brachliegenden Gewerbegebieten neue Unternehmen ansiedeln, denn auch für meinen Betrieb fehlen Zulieferer für den technischen Bedarf. Vergessen wir aber nicht, die Autobahn würde den gesamten Lieferverkehr und das Ausliefern unserer Produkte erheblich erleichtern beziehungsweise die Fahrzeiten verkürzen, Kosten einsparen und auch damit anfallende Emissionen wären geringer.P.: Mit 250 Beschäftigten gehören Sie schon zu den großen Arbeitgebern der Region. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Verkehrsanbindung und der Suche nach Arbeitskräften?V.: Absolut, grundsätzlich gilt, die vorhandenen Ressourcen der nicht beschäftigten Bevölkerung müssen aktiviert werden, das geht aber nur, wenn sie auch ihren Arbeitsplatz in vertretbarer Zeit erreichen. Was aber zusätzlich zählt, ist, dass die großen Unternehmen nunmal Schwierigkeiten haben, leitende Mitarbeiter zu finden, die auch bereit sind, vor Ort zu wohnen, wenn die Infrastruktur nicht stimmt. Erschwerend kommt hinzu, dass sie bei schwindender Bevölkerungszahl noch weniger Chancen haben, ihre Führungskräfte in der Region zu finden.P.: Wirkt sich das Fehlen der Autobahn auf Ihren Umsatz aus?V.: Nicht nur auf meinen. Sehen Sie, Menschen wandern ab, weil die Arbeitsplätze nicht in erforderlicher Anzahl entstehen. Die schwindende Bevölkerungszahl beeinflusst unseren Umsatz negativ, weil sie als Konsumenten wegfallen. Wer hier nicht wohnt, kann auch unsere Ware hier nicht einkaufen.P.: Welche Rolle spielt für Sie der Wettbewerb und berührt Sie da eine fehlende Autobahn?V.: Herr Pielert, es gibt wohl keine Branche, die nicht im Wettbewerb steht und da zählen heute schon sehr kleine Dinge, die über die Entwicklung eines Betriebes entscheiden. Mit einer guten Anbindung an eine Autobahn verbessert sich nicht nur unser Liefer- sondern in erster Linie unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wir werden schneller und damit kundenfreundlicher, die Produkte kommen noch frischer in den Laden. Um Sieger im Wettbewerb zu bleiben, muss man nicht nur preiswert sein, sondern auch Service bieten und umweltschonend produzieren und vermarkten.P.: Es geht also darum, Ihr Unternehmen hier in der Region zu stärken?V.: Selbstverständlich, wir wollen die Arbeitsplätze sichern, die Region in ihrer Entwicklung fördern. Die öffentliche Hand kann helfen, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Regionen wir die unsere nicht in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung benachteiligt ist. Deshalb brauchen wir die A14 heute. Erschienen: 12.01.2008: sdl / TZ / Seite:2

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