Prüfender Blick in die Erde

So sieht der geplante Verlauf der A 39 aus. Rechts und links der Trasse gibt es zurzeit Vermessungsarbeiten und Untersuchungen des Erdreiches.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Flora und Fauna entlang der geplanten Trasse der Autobahn 39 wurden bereits im vorigen Jahr untersucht (AZ berichtete), jetzt wird das Erdreich unter die Lupe genommen. Um eine verlässliche Datengrundlage zu erhalten, führt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zwischen der geplanten Anschlussstelle mit der L 265 nordöstlich von Bad Bodenteich und der L 270 bei Langenbrügge bis etwa Ende April Vermessungsarbeiten aus. Dabei wird sie von Mitarbeitern eines Ingenieurbüros unterstützt.

Dazu müssten Wege und Straßen begangen, private Grundstücke betreten und Hilfsmittel aufgestellt oder ausgelegt werden, erklärt Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde. "Da die genannten Vorarbeiten im Interesse der Allgemeinheit liegen, sind die Grundstücksberechtigten gesetzlich verpflichtet, diese zu dulden", betont er.

Die Arbeiten finden in einem Korridor von etwa 300 Metern beiderseits der geplanten Trasse der A 39 statt - in den Gemeinden Soltendieck und Lüder und im Flecken Bad Bodenteich. Sie bestehen aus Erdvermessungen, unter anderen in Bereichen kreuzender Straßen, Wege und Gewässer.

Zudem erfolgen bis voraussichtlich Ende Mai Baugrund-Untersuchungen. Sie erstrecken sich auf das Gebiet zwischen den geplanten Autobahn-Anschlussstellen mit der L 253 östlich von Bad Bevensen und der B 71 östlich von Uelzen. Dort beträgt der Korridor rund 100 Meter zu beiden Seiten der vorgesehenen Trasse. Betroffen von den Untersuchungen sind neben den Städten Uelzen und Bad Bevensen auch die Gemeinden Römstedt, Weste, Oetzen und Rätzlingen.

Auch dort müssen die Mitarbeiter Wege, Straßen und private Grundstücke befahren. Überdies werden Geräte für Bodenuntersuchungen aufgestellt, Pegel gesetzt sowie Bohrungen und Sondierungen im Erdreich ausgeführt. Die Pegel müssten auf den Grundstücken bleiben und in regelmäßigen Abständen abgelesen werden, bevor sie am Ende wieder entfernt würden, sagt Möller. Die Erreichbarkeit der Grundstücke sei für die Bewohner aber gegeben. Auch eine Beeinträchtigung des Verkehrs auf den angrenzenden Straßen sei nicht zu erwarten.

"Mit den Sondierungsbohrungen wollen wir herausfinden, wie der Schichtaufbau des Erdreiches ist. Das ist wichtig für die Entwurfsaufstellung der Trasse", erläutert der Geschäftsbereichsleiter. Stelle sich dabei heraus, dass der Boden rutschen könnte, müsste eine andere Neigung der Dammböschung gewählt werden. "Werden Torfbereiche festgestellt, müsste der Boden dort ausgekoffert werden", schildert Möller. Möglicherweise sei auch eine Verschwenkung der Trasse erforderlich, "um nicht in kritische Bereiche des Untergrundes zu kommen".

Mit Hilfe der Pegel soll ermittelt werden, wo sich unterirdische wasserführende Schichten befinden. Daraus kann die Landesbehörde ableiten, wo eine Entwässerung notwendig ist.

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