Platz gemacht – da krachte es

Spediteur Hubertus Kobernuss: ′′Eine Lösung, die Risiken birgt.′′/>

tm Uelzen. "Grundsätzlich sehen wir die Aufforderung an Lkw-Fahrer zur Nutzung des Mehrzweckstreifens auf der Bundesstraße 4 als praktikable Lösung an", sagt Hubertus Kobernuss, Chef der gleichnamigen größten Uelzener Spedition, "eine Lösung allerdings, die auch Risiken birgt." Die jetzt von Straßenverkehrsbehörde und Verkehrswacht aufgestellten Schilder, die ein Befahren des Seitenstreifens empfehlen, werden unter den Fernfahrern angeregt diskutiert. "Meine Fahrer haben mir schon zahlreiche gefährliche Situationen geschildert", sagt Unternehmer Kobernuss.

Ein Beispiel: Wenn zeitgleich ein Lkw im Gegenverkehr Platz mache und der wie man selbst überholt werde, "dann befinden sich da plötzlich vier Fahrzeuge nebeneinander – und wenn da einer nicht aufpasst, dann wird es richtig eng", weiß Kobernuss um die Gefahren. Jüngst machte einer seiner Laster am Seedorfer Kreuz Platz – und kollidierte prompt mit einem Lkw.Deswegen überlässt der Spediteur es seinen Fahrern, ob sie den Mehrzweckstreifen nutzen: "Das sollen sie je nach Verkehrssituation selbst einschätzen." Denn natürlich werde ein flüssigeres Überholen ermöglicht.Doch das Hauptproblem werde natürlich durch die neue Regelung auch nicht gelöst, heißt es dazu bei der Polizei Uelzen: "Auf der B4 ist nun einmal sehr viel Verkehr", sagt Erster Hauptkommissar Ralf Munstermann. Die Bundesstraße bewältige das Aufkommen, "aber eben auf niedrigem Geschwindigkeitsniveau". Eine Entlastung wäre nötig, "entweder eine dreispurige Straße oder eben die Autobahn39".Auf letztere setzt auch Spediteur Kobernuss und hofft auf einen Baubeginn im Jahr 2014. Denn dass die Lkws die neue A39 trotz der Maut nutzen würden, steht für ihn außer Frage: "Die entscheidenden Faktoren sind heute, die Strecke möglichst schnell zurückzulegen und Sprit zu sparen. Und wenn A39 und B4 parallel verlaufen, fahren die Lastwagen auf der Autobahn."Bis dahin aber weichen sie noch auf den Mehrzweckstreifen der Bundesstraße aus. Immerhin wissen die Fahrer jetzt, dass das erlaubt ist. "Als diese Seitenstreifen damals eingeführt wurden und wir sie nutzten, hat die Polizei von uns noch Verwarngelder kassiert", erinnert sich Hubertus Kobernuss.

Erschienen: 15.08.2009: AZ / TZ / Seite:3

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