Von Woche zu Woche

Pläne, die den Pulsschlag treiben

Ortolane, Wachtelkönige, Knoblauchkröten. Dazu unzählige persönliche Belange, die das eigene Wohl betreffen, Lärmbelästigungen und vieles mehr – für den ersten Planungsabschnitt der A 39 bei Lüneburg hat das Planfeststellungsverfahren begonnen, was bedeutet:

Jedermann kann seine Einwände gegen die Autobahnpläne vortragen. Und: Ganz offensichtlich tut das auch jeder. Das ist auch gut, richtig und wichtig so. Noch bis einschließlich zum 27. Juni nehmen die Planer der Lüneburger Planungsbehörde die Bedenken eines Jeden auf. Und eines ist dieser Tage unverkennbar: Die Kontroverse der Befürworter und Gegner der A 39 wird spürbar emotionaler. Zusätzliche Fahrt aufgenommen hat die Diskussion über das grundsätzliche Für und Wider Autobahn und das spezielle Ja und Nein zur ersten Abschnittsplanung durch eine weitere Information aus dem Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Grünen: Ja, die A 39 wird teurer als geplant. Und ja, der so genannte Kosten-Nutzen-Faktor ist demzufolge gesunken. Gebaut werden soll die Autobahn aber trotzdem. Und dann noch die geänderte Planung zwischen Groß Hesebeck und Röbbel, mit der die Situation aus Sicht der Bewohner nur „verschlimmbessert“ wurde... Die Gemüter sind erhitzt, und in der Natur dieser speziellen Sache liegt: Es werden die unterschiedlichen Lager nie zueinander finden. Doch bei aller Erregung und Empörung sollten beide Seiten beachten: Wohl keine Position hat für sich die Weisheit gepachtet, sollte sich nicht über die anderen erheben und behaupten, das einzig wahre Argument dafür oder dagegen sein eigen zu nennen. Und gewiss wird keiner den anderen von seiner Meinung überzeugen. Am Ende muss die Planung der A 39 den Gesetzen entsprechen und rechtssicher sein. Dazwischen kann es gar nichts anderes geben. – Manchen erhöhten Pulsschlag mag das vielleicht ein wenig beruhigen.

ines.braeutigam@cbeckers.de

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