Persönliches hinten anstellen

Böse E-Mails und ein Platzverweis bei der Dorfrechnung in Bargfeld – in der Samtgemeinde Suderburg brodelt es unter der Oberfläche. Doch allzu oft lässt die Politik und die Verwaltung eben einen Blick unter diese Oberfläche zu. Zumindest in Suderburg.

Von Jörn Nolting - Positiv ausgedrückt kann man natürlich auch von Transparenz sprechen. So bekommen die Wähler mit, was anderenorts nur hinter den Kulissen passiert. Mit einem Blick auf die Karte des Landkreises Uelzen ergeben sich nach bereits zwei Fusionen noch drei Kommunen – eine davon ist die Einheitsgemeinde Bienenbüttel – die sich nicht einer größeren Samtgemeinde anschließen. Neben Bienenbüttel sind das Suderburg und Rosche. Während in Suderburg und den Mitgliedsgemeinden Eimke und Gerdau ein offener Kampf geführt wird, wird in Rosche hinter den Kulissen gearbeitet. Die Ergebnisse scheinen jedoch ähnlich zu sein. Es ist ein Kampf zwischen den Anhängern der Einheitsgemeinde und der Samtgemeindefusion. Über den Stil lässt sich trefflich streiten. Die Vor- und Nachteile der beiden Philosophien sind jedenfalls ausgiebig diskutiert worden und einen Kompromiss scheint es nicht zu geben. Dass die beiden Gemeinden Eimke und Gerdau nun befürchten, den Anschluss zu verlieren und mit einem Auge nach Ebstorf und Bevensen schielen, scheint in erster Linie mit dem zerrütteten Verhältniss der Bürgermeister mit dem Verwaltungschef der Suderburger Samtgemeinde zu tun zu haben. Doch sollten bei solchen oft genug als „historisch“ bezeichneten Entscheidungen jegliche persönlichen Animositäten nach hinten gestellt werden. Es geht eben um die Sache und darüber lässt sich trefflich streiten. Und wer eben die Einwohner einbinden will, der kommt um eine Bürgerbefragung nicht herum. Auch wenn die Beteiligung an einer solchen Befragung vielleicht zu wünschen übrig lässt. Doch auch dieser Faktor ist nicht zu verachten, denn egal welches Modell gewählt wird, scheint es sich doch in beiden Fällen um eine Verbesserung zu handeln. Und vielen ist es am Ende gar egal, ob es nun Fusion oder Einheitsgemeinde heißt. Und noch bleibt den Kommunen die Möglichkeit, aus eigener Kraft zu entscheiden. Bevor am Ende das Land vorgibt, wie der Landkreis Uelzen auszusehen hat.

joern.nolting@cbeckers.de

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