Otterschutz gegen A-39-Bau

Von Thomas JordanHankensbüttel. Die Aktion Fischotterschutz lehnt den Bau der A39 kategorisch ab. Eine entsprechende Einwendung wird die Naturschutzorganisation im Rahmen des Raumordnungsverfahrens abgegeben. "Wir befürchten verheerende Folgen für die Natur in dem betroffenen Raum für den Fall, dass die Autobahn gebaut wird" so Mark Ehlers, Vorstandsvorsitzender der Aktion Fischotterschutz. Der Schaden für die Umwelt werde den Nutzen "bei weitem überwiegen".

Gerade für das Wappentier der Aktion Fischotterschutz befürchtet der Verein gravierende negative Folgen. Die Trasse der Autobahn schneide die Ausbreitungsgebiete der Fischotter in Niedersachsen auf ganzer Länge. "Wie viele andere Wildarten haben Fischotter einen sehr hohen Raumbedarf. Autobahnen sind für ihn nicht ohne weiteres überwindbar, spezielle Bauwerke, die die gefahrlose Passage der Tiere ermöglichen, sind sehr aufwändig und teuer. Der Zerschneidungseffekt der Autobahn trifft eines der wenigen verbliebenen Gebiete in Niedersachsen, das noch nicht von derartigen Verkehrsadern durchzogen ist. Der Verlust dieser unzerschnittenen Räume kann nicht ausgeglichen werden", schreibt Ehlers.

Dabei lehnt der Naturschutzverband Autobahnen nicht grundsätzlich ab. Dr. Oskar Kölsch, ebenfalls im Vorstand des Naturschutzverbandes: "Dieser Autobahnbau ist auch wirtschaftlich umstritten, der Nutzen für die einheimischen kleinen und mittelständischen Unternehmen ist zumindest fraglich. Ein Ausbau der B4 mit entsprechenden Ortsumfahrungen wäre aus unserer Sicht die bessere Alternative." Bedeutende regionale Wirtschaftsbereiche, wie zum Beispiel die Landwirtschaft profitierten ohnehin kaum oder erleideten sogar einen Schaden durch den Bau der Autobahn. Kölsch weiter: "Die geplanten Baukosten von bis zu einer Milliarde Euro wären vor allem im Hinblick auf die Menschen der Region und eine nachhaltige Entwicklung besser in zukunftsweisenden Regionalinitiativen investiert."

Der Verband aus Hankensbüttel kündigte an, im Rahmen seiner detaillierten Stellungnahme eine entsprechend negative Bilanz des Bauvorhabens zu ziehen. Dabei verweist die Aktion Fischotterschutz auf den hohen Schutzstatus des Fischotters, der seit einigen Jahren in der hiesigen Region wieder heimisch geworden ist.

"Deutschland hat bereits jetzt den höchsten Flächenverbrauch für Verkehrsinfrastrukturen in Europa – statt immer neuer Straßen sind clevere Konzepte und neue Ideen gefragt", findet Ehlers, "zum Wohl der Natur und der hier lebenden Menschen."

Erschienen: 10.06.2006: IK / 133 / Seite:6

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