Dat oole Rathuus und Uhlenköper

Wie läst je seit langen in de AZ, dat de Lümborger Straat und de Veerßer Straat verkehrsberuhigt warn sall und je all is. Wenn man nu mit 10 kmh door dörchföhrt, oder geiht an Uelzer Hoff vörbi, krieg ik ümmer Appetit up dan “Uelzer-Hoff-Töller. “ Es war einmal.

Kiekst du denn na links, stünd dor fröher an „Bankhaus Alten.“ Hett je mal een Buur von Land ringahn und woll een Gortenbank köpen. Stünd doch grot an: „Bankgeschäft Alten.“

Bet’n wieder, köm je Hotel Stadt Hamborg. Wat hebbt wie dor danzt up dan Saal baben. Man möß je een breede Tripp na baben gahn. Har dor nich mal een Buur, weil he wett har, sien Bullen dan Saal baben zeigt? Bi Praesent halen de Buurn Geld, wenn se inköpen wolln. Up de Krüzung stünd je de Verkehrsturm, mannigmal ok de Gendarm und sorg vör Verkehrsberuhigung. Hett man wieder gahn fröher, möß man je erst bi Kröger Niebuhr inkehrn.

Dor säten je de Handwarker. Is dor nich mal wett’ worn, dat een Bäcker dat nich schaffen dä, trüchwarts in Holtpantüffel üm dan Verkehrsturm to loopen? As he nu loslööp, hebbt se von Niebuhr ut up’n Rathus anroopen: „Hier ist die Irrenanstalt Lüneburg, uns ist ei Insasse, auf der Fahrt nach Celle entsprungen, leicht erkennbar, trägt Bäckerkleidung und läuft rückwärts in Holzpantoffel. De Polizei hett prompt reagiert, em fastnommen und de Bäcker har sien Wett veloren. Ohne een Breslauer to äten, köm man doch an Gieselberg nich vörbi.

De Feinen Damen ut Stadt und von Land drunken Kaffee bi Kaffee Harder baben, Sahnetorte oder ok Schiffchen schmecken lecker. Bet’n wieder hen könn man ankehrn in „Dree Linden.“ Wat wärn dat noch vör Tieden. An dat Huus steiht je inschnitzt in Balken: „Gott schütze dieses Haus vor Not und Feuer, vor Stadtplanung und vor Steuer.“ Ob de Lüüd in Kreishuus dat ok all läst hebbt? As mal de Königin up düsse Straten dörch Uelzen föhr, und alle Lüüd dat sehn wolln, Is dat Original von Uelzen, Fritz Schüler, vörwech föhrt und hett ut een Cabriolet de Uelzer grüßt. Fritz Schüler sä je ümmer: „Ich bin SPD Mann, „Sattler Polsterer und Dekorateur.“

Schüler wär een klooken Mann, de dat fustdick achter de Ohren har. Vör sein Huus neben de Keerk, löt he inschnitzen in Balken, baben an Giebel: „Bete und arbeite und sei nicht faul, bezahl deine Steuern und halt das Maul.“

Mit de Stüürn is dat je nu beeder worn, dat Finanzamt wär je fröher in de Schillerstrat und Schiller hett je bekanntlich „Die Räuber,“ schräben. Jetzt sind dat je Könige an Königsbarg. Wenn ik bin oolen Rathus (1371) bin, steiht je door dat Denkmal von dan Uhlenköper.

Nu läst wie in de AZ, dat de Ümboo von oolen Rathuus, mit tosetzlich 600 000 Euro, veel düürer ward. De hebbt doch Gootachter halt und Architekten anheuert, dormit de Rat dat genau planen könn, und nu? Geiht jüm dat nu genau so, wie de Hamborger mit ehre Elbphilharmonie oder de Berliner mit dan nee’n Flughafen? Mien Grooddochter frög mal: „Opa gibt es im Rathaus Rätsel?“ Heff ik antwort: „Bestimmt, man kann sik dor aber ok sik een Rat halen, oder ratlos wedder rutgahn.“ Uhlenkööper is in Uelzen noch lang nich dood, he kriggt ümmer noch dan Food dortwischen. Giwt ok hüt noch ümmer Uhlenköper bi uns!.

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/ kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

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