Ein Neustart

Buß- und Bettag – jedes Jahr am Mittwoch zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag. Seit 1995 ist dieser Tag kein gesetzlicher Feiertag mehr – ein kirchlicher Feiertag ist es immer noch.

An diesem Tag geht es um „Buße“, ein altes deutsches Wort, das in unserer Alltagssprache kaum noch verwendet wird - man kennt höchstens den Bußgeldkatalog. Ich vermute: Buße bedeutet deshalb für viele Menschen das Gegenteil von Freude. Für sie bedeutet es „zerknirscht sein“ oder „keinen Spaß haben“- und damit will man in unserer Gesellschaft nichts zu tun haben.

Der christliche Glaube füllt den Begriff Buße aber viel positiver. Dazu folgendes Beispiel: Wenn ich bei einem 100-Meter-Lauf einen Fehlstart verursache, dann darf ich noch einmal zurück in die Startlöcher und neu starten. So ist es auch bei der Buße. Wenn ich einen Fehlstart in meinem Leben verursacht habe – und dieser Fehlstart kann sehr unterschiedlich aussehen -, dann darf ich nochmal neu beginnen. Neu starten - das ist Buße.

Zugegeben: An einem ganz entscheidenden Punkt hinkt dieser Vergleich mit der Leichtathletik. Beim 100-Meter-Lauf darf ich mir nur einen Fehlstart leisten. Wenn ich einen zweiten Fehlstart verursache, dann werde ich aus dem Wettbewerb ausgeschlossen. Zweiter Fehlstart – aus der Traum. Disqualifiziert.

Bei Gott ist das anders! Gott erlaubt uns auch nach vielfachem Fehlstart immer wieder neu anzufangen. Bei Gott muss keiner wegen seiner Fehlstarts verzweifeln. Neustart mit Gott an der Seite ist immer möglich.

Das ist frohe Botschaft dieses Tages: Gott vergibt uns die Lebensfehlstarts und lässt uns immer wieder neu beginnen. Gott freut sich, wenn ein Mensch sich nicht entmutigen lässt, sondern im Vertrauen auf seine Vergebung neu startet. Ich wünsche Ihnen einen guten Neustart am heutigen Buß- und Bettag.

Ulrich Hillmer ist Pastor im Missionarischen Zentrum und in der Kirchengemeinde Hanstedt I. Das Wort zum Buß- und Bettag finden Sie auch im Internet unter az-online.de/ kolumnen

Von Matthias Kuna

Kommentare